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Bangladesch: Hilfe für kleine Sterne

In Bangladesch gelten Kinder mit Beeinträchtigungen immer noch als Strafe Gottes. Ganze Familien werden deshalb ausgegrenzt, die Kinder oft zuhause eingesperrt. Den Eltern bleibt meist keine andere Wahl. In den Armenvierteln großer Städte leben sie in ärmlichsten Verhältnissen. Sie müssen auswärts für einen Hungerlohn arbeiten, um zumindest etwas zum Essen zu haben. Tagsüber sind Kinder mit Beeinträchtigungen deshalb auf sich allein gestellt. Kein Nachbar würde sich um sie kümmern. In den Tagesstätten „Kleine Sterne“ werden sowohl die Kinder als auch deren Eltern betreut und in ihrer Entwicklung gefördert.

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Bangladesch: Hilfe für kleine Sterne

Zwischen Armut und Vorurteilen

Sizer gilt bei den Nachbarn als „verrückt“. Der zehnjährige Junge lebt mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester in einem Armenviertel der Stadt Mymensingh in Bangladesch. Sizer ist Autist und deswegen wird die ganze Familie geächtet. Die Geburt eines beeinträchtigten Kindes wird in Bangladesch vielfach als Strafe Gottes gesehen. Auf den Eltern lasten häufig Scham und Schuldgefühle. Von der Gesellschaft werden die Kinder ausgegrenzt und deshalb vielfach zu Hause weggesperrt.
Sizers Vater hat diesem Druck nicht Stand gehalten und ist weggegangen. Seine Mutter tut, was sie kann, um die Familie über Wasser zu halten. Sie arbeitet als Haushaltshilfe und musste die Kinder jahrelang tagsüber allein lassen. Von den Nachbarn bekommt die Familie keinerlei keine Hilfe.

Ein Herzensprojekt, das Hoffnung schenkt

Seit einem Jahr ist Sizer einer der „Choto Tara“, der „Kleinen Sterne“, die in dem gleichnamigen Projekt der Taizé-Gemeinschaft in Mymensingh betreut werden. Die insgesamt vier auf die Stadt verteilten Tagesstätten für geistig beeinträchtigte Kinder und ihre Mütter sind ein Herzensprojekt von Bruder Siegmar. Der aus Schlanders stammende Taizé-Bruder lebt seit 2007 in Bangladesch, wo seine Gemeinschaft seit 1974 für die Ärmsten tätig ist.
Die erste Tagesstätte für geistig beeinträchtige Kinder haben die Taizé-Brüder 2006 eingerichtet. Mittlerweile werden rund 100 Kinder und ihre Mütter in vier Einrichtungen betreut.

Ein Lichtstrahl für Mütter und Kinder

Für die Kinder sind diese Tagesstätten die einzige Möglichkeit, außerhalb der Familie mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Sie werden hier gezielt gefördert und individuell betreut. „Die Kinder lernen hier viel – von uns, aber auch voneinander. Es ist beeindruckend, zu welcher Entwicklung sie fähig sind“, betont Bruder Siegmar.
Auch für die Mütter sind die Tagesstätten ein wichtiger Zufluchtsort. Der gegenseitige Austausch setzt bei ihnen einen Prozess in Gang: „Sie lernen, Freude an ihrem Kind zu spüren und zu begreifen, dass es keine Strafe, sondern ein Geschenk ist“, sagt der Taizé-Bruder.
Sizer hat sich in „Choto Tara“ gut eingelebt. Anfangs fiel er noch durch wiederholte Schreianfälle auf, mittlerweile hat er sich an die neue Umgebung gewöhnt und freut sich jeden Tag auf die anderen Kinder.
„Choto Tara“ hat auch das Leben seiner jüngeren Schwester verändert. Auf Drängen der Mitarbeiterinnen von „Choto Tara“ darf das Mädchen jetzt die Grundschule besuchen.

Hilfe auch zuhause

Kinder, die es aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht jeden Tag in die Tagesstätte schaffen, werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuhause betreut. „Bei diesen Hausbesuchen geht es vor allem auch darum, im nachbarschaftlichen Umfeld zu sensibilisieren und Vorurteile gegenüber geistig beeinträchtigen Menschen abzubauen“, sagt Bruder Siegmar.

Unterstützung für die kleinen Sterne

Das Projekt „Choto Tara“ ist auf Spenden angewiesen. Die vier Tagesstätten werden jeweils von einer fest angestellten Mitarbeiterin geleitet, die auf ein kleines Team von Betreuerinnen und Betreuern zurückgreifen kann. Neben den Personalkosten schlagen auch die Ausgaben für das Essen zu Buche. Sie machen rund 30 Prozent der Gesamtkosten aus. „Die Kinder und ihre Mütter erhalten in den Tagesstätten auch warme Mahlzeiten. Ein Segen für die Menschen, die in sehr ärmlichen Verhältnissen leben. Die meisten verdienen zu wenig, um jeden Tag ausreichend zu essen“, erklärt Bruder Siegmar Alber.

Mit der heurigen Adventkalenderaktion beteiligen sich die Zeitschrift das „Sonntagsblatt“ gemeinsam mit der Caritas und Missio an der Weiterführung der vier Tagesstätten für die „Kleinen Sterne“ in Mymensingh. Die Spendenverwaltung übernimmt die Caritas. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung das Kennwort „Bangladesch“ an.

Raiffeisen Landesbank: IBAN: IT42F0349311600000300200018
Südtiroler Sparkasse: IBAN: IT17X0604511601000000110801
Südtiroler Volksbank: IBAN: IT12R0585611601050571000032
Intesa Sanpaolo: IBAN: IT18B0306911619000006000065

Weitere Informationen erteilen Ihnen die MitarbeiterInnen des Dienstes für globale Verantwortung in Bozen: Sparkassenstraße 1, Tel. 0471 304 352, international(at)caritas.bz.it.

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