Zum Hauptinhalt springen

„www.seele.ade?“: Vortragsabend am 28.11.2019 zum einjährigen Bestehen der Onlineberatung in der Telefonseelsorge

Zum einjährigen Bestehen der Onlineberatung lädt die Telefonseelsorge am 28. November 2019 um 20 Uhr zu einem Vortragsabend ins Bildungshaus Lichtenburg ein. Referent ist Gerhard Hintenberger, Psychotherapeut und Lehrbeauftragter für digitale Medien an verschiedenen Universitäten. Er gibt Einblick in die Chancen und Risiken der neuen digitalen Welten und zeigt auf, wie sie den eigenen Bedürfnissen entsprechend eingesetzt werden können. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei, um eine Anmeldung wird gebeten.

Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. WhatsApp, Instagram, Facebook und Co. haben unsere Kommunikationsgewohnheiten grundlegend verändert. „Medien sind aber nicht von vorneherein „gut“ oder „schlecht“. Sie erzeugen erst in Kombination mit bestimmten Risikofaktoren negative Wirkungen und benötigen bestimmte Vorgaben, um sich entfalten zu können“, betont Gerhard Hintenberger, der als Psychotherapeut und Fachmann für digitale Medien auch als Ausbildner in der Onlineberatung tätig ist. In seinem Vortrag wirft er einen ausgewogenen Blick auf die Chancen und Risiken dieser Welten und rät, sich ein gewisses Maß an Medienkompetenzen anzueignen: „Nur so können wir die Chancen, die neue Medien bieten, nutzen und sie unseren Zielen und Bedürfnissen entsprechend einsetzen“.

Der Vortrag findet zum ersten Geburtstag der Onlineberatung der Telefonseelsorge statt, die von der Caritas geführt und der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft mitgetragen wird. In den vergangenen 12 Monaten haben sich Menschen in verschiedensten Notsituationen unter der Adresse telefonseelsorge-online.bz.it mit einem Benutzernamen und einem persönlichen Passwort eingeloggt und diese neue schriftliche Möglichkeit genutzt, um sich ihren Kummer von der Seele zu schreiben. „An die 80 Menschen, vorwiegend im Alter zwischen geschätzten 20 und 50 Jahren, haben wir bis jetzt über einen längeren oder kürzeren Zeitraum schriftlich begleitet. Viele haben betont, wie entlastend und klärend bereits das Niederschreiben selbst ist und das Wissen, dass jemand diese Zeilen liest und darauf antwortet,“, erläutern Silvia Moser, die Leiterin der Telefonseelsorge, sowie Anita Kröss als Koordinatorin der Onlineberatung. Die behandelten Anliegen sind vielfältig. Auffällig sei, dass etwa ein Drittel der Online-Ratsuchenden sich mit Themen von Lebensüberforderung bis hin zu akuten Suizidgedanken an das neue Caritas-Angebot gewandt haben, gefolgt von Problemen in Beziehung und Partnerschaft“, so Moser und Kröss.

„Die Erfahrung zeigt, dass zunehmend mehr Menschen neue Kommunikationswege nutzen – gerade auch dann, wenn es um besonders heikle Themen geht, die eher schriftlich angesprochen werden als mündlich am Telefon. Genau deswegen war es uns wichtig, zusätzlich zur telefonischen Anlaufstelle mit der Onlineberatung auch über die neuen Medien einen Ort zu schaffen, wo Menschen Trost, Anteilnahme und Entlastung finden“, betont Caritas-Direktor Paolo Valente und lädt alle Interessierten ein, sich beim Vortragsabend mit Gerhard Hintenberger selbst ein vertiefendes Bild über die Welt der neuen Medien zu machen.

Der Vortrag findet am 28. November um 20 Uhr im Bildungshaus Lichtenburg statt. Alle Eltern, Erziehenden und Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung in der Lichtenburg (Tel. 0471 057 100, anmeldung(at)lichtenburg.it oder über die Homepage www.lichtenburg.it) ist erforderlich. Die Telefonseelsorge ist sowohl telefonisch unter Tel. 0471 052 052, als auch online unter online-telefonseelsorge.bz.it rund um die Uhr erreichbar. Online wird eine erste Antwort durch einen Berater innerhalb von 48 Stunden garantiert. Beide Dienste werden in deutscher Sprache angeboten, weil ein ähnlicher Dienst in italienischer Sprache bereits seit einigen Jahren von „Telefono Amico Italia“ gewährleistet wird.

Verwandte Themen


Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihren Freunden