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„Trauer braucht auch Gemeinschaft“

In den Tagen rund um Allerheiligen und Allerseelen bricht der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen oft stärker hervor als im normalen Alltag. Gefühle der Einsamkeit, stille Verzweiflung, manchmal auch Zorn werden wieder wach. Die Caritas rät, in solchen Situationen Entlastung zu suchen. „Für seine Trauer muss sich niemand schämen, auch wenn der Verlust vielleicht schon Jahre zurückliegt. Aber es ist wichtig und kann entlastend sein, diese Gefühle auszudrücken oder auch mit anderen zu teilen“, sagt Caritas-Direktor Paolo Valente und lädt Betroffene ein, bei der Caritas Trost und Beistand zu suchen. Sowohl die Hospizbewegung, als auch die Telefonseelsorge bieten Begleitung an.

„Spätestens ein Jahr nach einem Todesfall bekommen Trauernde den Druck der Gesellschaft zu spüren. Sie sollen endlich wieder nach vorne sehen, wieder leben. Doch Trauer kann viel länger dauern“, weiß Agnes Innerhofer, die Leiterin der Caritas Hospizbewegung aus Erfahrung, „Viele Hinterbliebene reagieren auf diesen Druck, indem sie ihre Gefühle geheim halten. Sie funktionieren nach außen hin ganz normal, während sie im Stillen ganz für sich allein leiden – und das jahrelang“. Die Zeit um Allerheiligen sei für viele hilfreich. „Die Gräber schmücken, Kerzen anzünden, gemeinsam auf den Friedhof gehen sind Rituale, die helfen, auch weil sie Gemeinschaft spürbar machen“, so Innerhofer.

Doch die Tage und Rituale um Allerheiligen reichen für viele Trauernde nicht aus, besonders wenn der Verlust schon länger zurückliegt und der Schmerz immer wieder zurückkehrt. Deswegen organisiert die Caritas Hospizbewegung das ganze Jahr über regelmäßig so genannte Trauercafés in verschiedenen Ortschaften und Bezirken des Landes. „Wir treffen uns in kleinen Café-Räumen, in denen eine gemütliche und wohlige Atmosphäre herrscht. Unsere ehrenamtlichen Trauerbegleiter setzen sich dazu und leiten die Gespräche, falls gewünscht und notwendig. Die Trauernden können dabei ihre Gefühle frei zeigen, ihre Trauergeschichte erzählen. Die Gemeinschaft hilft, die eigenen Gefühle zu verstehen und auch zuzulassen“, lädt Innerhofer zum Kommen ein. Informationen über die genauen Termine und Orte der Trauercafès sind unter www.caritas.bz.it oder direkt bei der Hospizbewegung unter Tel. 0471 304 370 oder hospiz@caritas.bz.it erhältlich.

Oft sind es aber gerade die Tage um Allerheiligen, die Rituale und der Friedhofsbesuch, die den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen neu hervorbrechen lassen. „In dieser Zeit sind die Menschen verletzlicher. Der Schmerz, aber auch Fragen zu Sinn und die Vergänglichkeit des eigenen Lebens werden stärker bewusst“, sagt die Leiterin der Caritas Telefonseelsorge, Silva Moser. Deswegen ist der Caritas-Dienst gerade auch an diesen Tagen rund um die Uhr erreichbar. „Für seine Trauer, auch für manchmal auftauchende Wut oder niederdrückende Schuldgefühle muss sich niemand schämen. Und auch nicht dafür, dass man nach 10 Jahren immer noch trauert. Aber es ist wichtig und kann entlastend sein, diese Gefühle zuzulassen, eine Sprache dafür zu finden“, betont Moser. Allein die Möglichkeit, das auszudrücken, sei oft der erste Schritt aus der Einsamkeit oder aus dem Schmerz heraus.

Die Caritas Telefonseelsorge ist telefonisch rund um die Uhr (auch sonn- und feiertags) unter der Nummer 0471 052 052 erreichbar. Über das Internetportal telefonseelsorge-online.bz.it sind die Berater der Telefonseelsorge auch online erreichbar. Es genügt die Registrierung per Benutzernamen und Passwort. Die Erstantwort durch den Berater erfolgt dann innerhalb von 48 Stunden.

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