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Caritas: „Den Tod nicht aus unserer Mitte verdrängen“

Durch das Coronavirus sind der Tod und das Sterben heuer unerwartet stark in unser Leben getreten. „Doch statt den Tod als etwas zu unserem Leben Dazugehöriges zu betrachten, delegieren wir dieses Thema an die Krankenhäuser und die Seniorenwohnheime. Dabei ist es wichtig, vor dem Tod nicht nur Angst zu haben, sondern ihn als Teil vom Leben zu sehen“, sagt Agnes Innerhofer, die Leiterin der Caritas Hospizbewegung. Die Tage rund um Allerheiligen und Allerseelen seien eine gute Gelegenheit, sich mit dem Tod und dem Sterben auseinanderzusetzen.

„Normalerweise ist Allerheiligen die Zeit, in der wir uns in besonderer Weise unserer Verstorbenen erinnern. Heuer allerdings ist alles anders und die neuen Corona-Bestimmungen lassen das gewohnte Ritual des gemeinschaftlichen Totengedenkens nur in eingeschränkter Weise zu. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere eigenen Rituale finden und pflegen, um die Erinnerung an unsere Verstorbenen wach zu halten“, sagt Innerhofer. Auch wenn der Tod unweigerlich ein Teil des Lebens ist, fiel es Menschen immer schon schwer, diesen zu akzeptieren. Was vor der Krise aber anders war: Man hat Sterbe- und Trauerprozesse anders gelebt. „Die Gemeinschaft hat alleinstehende und kranke Menschen gepflegt, besucht und versorgt. Menschen verstarben im Kreis von Familie und Freunden. Durch das Virus und die Angst davor wird der Tod immer mehr aus unserem Leben verdrängt - in das Krankenhaus und in Seniorenwohnheime.“ Zwar sei der Tod inzwischen allgegenwärtig, „doch wir können nicht damit umgehen. Wir isolieren uns und sehen überall Gefahren, Lebensgefahren oder Todesgefahren. Die Angst davor verhindert den Tod aber nicht, sie verhindert das Leben“, sagt die Leiterin der Hospizbewegung. Allerheiligen und Allerseelen seien gute Anlässe, diese Angst zu überwinden und sich bewusst mit dem Tod und der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. „Am besten ist es, wenn wir uns darüber mit anderen unterhalten und austauschen – so können wir uns gemeinsam darin stärken.“

Die Caritas Hospizbewegung leistet dazu gerne Hilfestellung: Interessierte erreichen sie unter Tel. 0471 304 370 oder hospiz@caritas.bz.it.

Sorgen und Ängste können sich aber auch bei der Caritas Telefonseelsorge von der Seele geredet oder geschrieben werden. Diese ist telefonisch unter der Nummer 0471 052 052 erreichbar. Über das Internetportal telefonseelsorge-online.bz.it stehen die Berater der Telefonseelsorge auch online zur Verfügung. Es genügt die Registrierung per Benutzernamen und Passwort.

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