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„Anti-Gewalt-Training als wirksame Maßnahme ausbauen“

Die Caritas begrüßt die Bemühungen des italienischen Gesetzgebers, Gewalt gegen Frauen effizienter zu bekämpfen. „Strafgesetze allein genügen da aber nicht“, sagt Guido Osthoff, der Leiter der Caritas-Männerberatung. Maßnahmen wie das kostenlose Anti-Gewalt-Training für Männer, welches die Caritas durchführt, müssten viel weiter ausgebaut werden. „Gewalt ist nämlich ein Verhalten, das verändert werden kann“, ist Osthoff überzeugt.

„Nur wer das eigene Gewaltverhalten erkennt und die Verantwortung dafür bewusst übernimmt, kann etwas dagegen tun“, erklärt Guido Osthoff, Leiter der ersten Männerberatung in Italien, die Idee, welche hinter dem Anti-Gewalt-Traininig steckt. Ein solches bietet die Caritas seit 2011 für Männer an, die entweder bereits Zuhause Gewalt ausgeübt haben oder sich mit ihrer Gewaltbereitschaft näher auseinandersetzen möchten.

Das Training wird in enger Zusammenarbeit mit den Frauenhäusern und mit dem Amt für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion der autonomen Provinz Bozen organisiert. Ziel des Trainings ist es, das Gewaltverhalten langfristig zu stoppen. Dazu lernen die Teilnehmer, die emotionalen Auslöser für die eigene Gewalt zu untersuchen und Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Sie üben Techniken zur Impulskontrolle, damit sie auch in Krisensituationen Gewalt vermeiden können.

„Oft sind sich die Männer am Anfang des Trainings gar nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten anrichten. Sie tendieren dazu, ihre Taten herunterzuspielen sehen Gewalt durchaus als normal an“, berichtet Guido Osthoff. Deshalb lernen die Teilnehmer auch, ihr Problem zu visualisieren und dadurch Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen. „Der Gesetzgeber sollte Männer, die zu Gewalt neigen, italienweit zur Teilnahme an solchen Trainings verpflichten“, ist Osthoff überzeugt.

Das Anti-Gewalttraining richtet sich nach dem Konzept des opferschutzorientierten Täterprogramms. Es wird in deutscher und in italienischer Sprache angeboten und von speziell dafür ausgebildeten Fachkräften geleitet und erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von 8 bis 12 Monaten, wobei regelmäßige Treffen in den Räumlichkeiten der Caritas Männerberatung vorgesehen sind. Die Teilnahme ist kostenlos. „Viele Männer tun sich schwer, ihren Platz in der Gesellschaft und in der Familie zu finden. Manche neigen in solchen Konfliktsituationen zu Gewalt. Doch das muss nicht sein. Es gibt Hilfe”, lädt der Leiter der Männerberatung ein, sich zu melden.

Interessierte Männer oder auch ihre Angehörigen können sich an die Caritas Männerberatung wenden und zwar unter den Bozner Lauben 9 bzw. Gummergasse 6, Tel. 0471 324 649, mb@caritas.bz.it. Auf Anfragen finden Beratungen auch in Meran und Brixen statt.

Guido Osthoff, Leiter der Caritas Männerberatung

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