Aus dem Abseits ausbrechen
Wir befinden uns in Mazedoniens Hauptstadt Skopje: In Topaana, einem Armutsviertel der Stadt, steht das Häuschen von Veli’s Familie. Die Wände bestehen aus Ziegeln und Holz; zusammengeklebte Glasscherben bilden kleine Fenster, auf dem Boden sind ein paar Fliesenstücke angekleistert. Das Haus besteht aus zwei Zimmern und einem kleines Bad. Veli und seine Familie gehören wie alle anderen Einwohner von Topaana der Volksgruppe der Roma an. Veli spricht als einziger seiner Familie die mazedonische Amtssprache. Die Roma haben ihre eigene Sprache, die sie in der Familie verwenden. Die meisten Kinder haben deshalb Schwierigkeiten in der Schule. Veli kommt in der Schule gut mit. Er hat in der Vorschule der Vereinigung „Ihrom“ zwei Jahre lang mazedonisch gelernt und keine Schwierigkeiten mit der Sprache.
Veli erinnert sich gut an seine Angst am ersten Schultag. Doch das hat sich bald gelegt, erzählt er. Stolz zeigt er den letzten Mathematik-Test, den er mit sehr gut bestanden hat. Seine Hausaufgaben macht Veli im Zentrum. Zwei Lehrererinnen helfen ihm, wenn er Schwierigkeiten hat.
Morgen hat der Junge Geburtstag. Sein Vater hat ihm neue Schuhe versprochen. „Seit ich zur Schule gehe, hat er aufgehört, jeden Tag Alkohol zu trinken“, erzählt Veli stolz. Die Familie sei insgesamt fröhlicher geworden. „Meine Eltern haben immer geglaubt, dass wir Roma dümmer sind als andere. Aber jetzt wissen sie, dass das nicht stimmt“.
Roma in Mazedonien - eine Randgruppe
Von den über zwei Millionen EinwohnerInnen in Mazedonien gehören zirka 95.000 der Volksgruppe der Roma an. 99% Prozent von ihnen leben in Elendsvierteln ohne Infrastrukturen, ohne fließendes Wasser, ohne Strom und vielfach in der Nähe von Mülldeponien. Die Menschen wohnen in Baracken aus Holz, Karton und Alteisenteilen. In der mazedonischen Hauptstadt Skopje leben an die 60.000 Roma, 5.000 allein im Elendsviertel Topaana. Dort ist das Kinderpatenschaftsprojekt Seite an Seite angesiedelt.
In der Regel beenden nur 9% der Roma-Kinder die Pflichtschule. Einen Hochschulabschluss erlangen lediglich 0,2%. Die Kinder erleben in der Schule hautnah, was es bedeutet „anders“ zu sein. Sie werden vielfach ausgegrenzt, weil sie andere Umgangsformen und eine fremde Kultur mitbringen. Dem Unterricht können sie schwer folgen, weil sie die mazedonische Amts- und Unterrichtssprache nicht verstehen. Daheim sprechen die Roma ihre eigene Sprache. Viele Eltern versäumen die Einschreibung ihrer Kinder in die Schule, weil sie selbst weder lesen noch schreiben können. Andere können sich die Schulmateria-lien für die Kinder nicht leisten. Fast 34% der Roma in Skopje sind Analphabeten.
Das Projekt Seite an Seite
Das Projekt Seite an Seite ist in Topaana, einem von mehreren Roma-Vierteln der mazedonischen Hauptstadt Skopje angesiedelt. 40 Buben und Mädchen besuchen dort die zweijährige Vorschule, weitere 40 den schulbegleitenden Nachmittagsunterricht. In der Vorschule wird den Kindern die offizielle Amtssprache näher gebracht; sie werden auf den Umgang mit ihren zukünftigen Klassenkameraden vorbereitet und lernen die Grundregeln von Körperhygiene. Einmal täglich bekommen sie eine ausgewogene Mahlzeit. Sobald sie die staatliche Schule besuchen, werden sie im begleitenden Nachmittagsunterricht des Projektes Seite an Seite weiter unterstützt. Die dortigen LehrerInnen stehen in ständigem Austausch mit der Schule und halten sich über die Lehrpläne in den Klassen am Laufenden.
Projektpartnerin der Caritas in Topaana ist die Vereinigung “Irhom”. Sie setzt sich seit mehr als zehn Jahren dafür ein, die desolaten Lebensbedingungen der Roma in Mazedonien zu verbessern. Das Projekt Seite an Seite ist ein wichtiger Schritt dafür. Denn: nur mit einem Schulabschluss haben die Roma-Kinder eine Chance auf Arbeit, die ihnen ein Leben außerhalb von Not und Elend ermöglicht.
Knapp ein Euro am Tag reicht aus, um alle Kosten für ein Kind im Projekt Seite an Seite abzudecken. Dazu gehören Verpflegung, Schul-materialien, Heizung, Instandhaltungskosten der Einrichtungen, sowie das Gehalt von vier Lehrerinnen.
Ein Kind im Projekt Seite an Seite unterstützen Sie mit:
30 € im Monat
180 € alle sechs Monate
360 € im Jahr
oder einem beliebigen, von Ihnen bestimmten Betrag.
Kennwort: Kinderpatenschaft Mazedonien
Wer Pate/Patin für ein Kinderpatenschaftsprojekt der Caritas werden möchte, kann die Höhe und die Dauer seiner Spende frei wählen. Die PatInnen legen selbst fest, wie die Zahlung erfolgen soll: einmalige Beträge sind ebenso möglich wie regelmäßige Überweisungen. Die PatInnen sind nicht vertraglich zu einer Zahlung verpflichtet. Sie können die Unterstützung jederzeit und ohne Angabe von Gründen unter- oder abbrechen.
Weitere Informationen: Büro für Auslandsarbeit Caritas Diözese Bozen-Brixen, I-39100 Bozen, Sparkassenstrasse 1 Tel. +39 0471 304 351 Fax +39 0471 304 395, E-Mail:
international@caritas.bz.it
Kontaktperson: Fabio Molon