Brasilien: Eine Tagesstätte mit Zukunft

 
Ein Stück Geborgenheit im harten Alltag
Im brasilianischen Städtchen Taquanratinga, im Bundesstaat Sao Paulo, verabschiedet sich die 63jährige Maria von ihren Enkelkindern - der dreijährigen Rosaria und dem vierjährigen Vitório. Sie macht sich auf den Weg zur Arbeit in den weiten Gemüsefeldern der Umgebung. Die kleine, feingliedrige Frau arbeitet seit Jahrzehnten auf den Feldern, obwohl sie nachts oft nicht schlafen kann, weil ihr Rücken so sehr schmerzt. Aber wenn sie nicht arbeitet, kann sie ihre Enkelkinder nicht versorgen. Die beiden leben erst seit ein paar Monaten bei der Großmutter. Vorher hat sich die Mutter um die zwei gekümmert; bis zu jener Schicksalsnacht, als ihr Verlobter - aggressiv und aufgeschaukelt vom Alkohol - buchstäblich das Leben aus ihr herausprügelte.
Die Hütte der Großmutter liegt nicht weit von ihrem früheren Zuhause entfernt. Die Wände bestehen aus Holz und Mörtel, das Dach ist mit Stroh gedeckt, auf dem Boden festgestampfte Erde. Es gibt nur einen Raum. Darin wird gekocht, gegessen und geschlafen. Die Kinder sind durch den Tod ihrer Mutter traumatisiert. Sie sprechen kaum über die Nacht, in der sie gestorben ist. Doch Maria hört sie immer wieder heimlich weinen. Vor wenigen Wochen hat Maria im Zentrum „S. Giovanni Bosco“ um Hilfe gebeten. Im nächsten Schuljahr können auch Rosaria und Vitório den Tag dort verbringen, lesen und schreiben lernen, spielen, singen, tanzen, basteln, handarbeiten und einfach Kinder sein. Sie bekommen Kleider, jeden Tag zum Essen und sauberes Wasser. Sie werden dann auch regelmäßig von einem Arzt untersucht. Die nötigen Medikamente
sind im Zentrum vorrätig. 

Das Kinderpatenschaftsprojekt Olà liegt im Südosten Brasiliens, in der Stadt Taquaritinga,
in der Provinz von São Paulo. Seine 56.000 EinwohnerInnen stammen großteils von EinwandererInnen aus Italien, Spanien, Portugal, Afrika und Japan ab. Die meisten Männer und Frauen leben von der Arbeit als Tagelöhner auf den umliegenden Zuckerrohrplantagen, Gemüseäckern, Orangen- und Zitronenfeldern. Der Lohn ist trotz anstrengender Arbeit gering: im Durchschnitt hat eine vier- bis fünfköpfige Familie im Monat 100 bis 250 Euro zur Verfügung. Das reicht kaum aus, um satt zu werden. Die Sozial- und Infrastrukturen in Taquaritinga sind spärlich, die wenigen Schulen und Krankenhäuser ständig überfüllt. Aufgrund der Arbeit auf den staubigen Zuckerrohrplantagen erkranken viele Menschen an Bronchitis und Lungenentzündung. Typhus und bakterielle Infektionen treten häufig auf. Medikamente sind nur schwer zu bekommen, die ärztliche Versorgung ist schlecht. Viele PatientInnen in den Erste-Hilfe-Stationen sterben, ohne zur Visite vorgedrungen zu sein. Die Analphabetenrate liegt offiziell bei 12%. Aber mindestens doppelt so viele Menschen können gerade mal ihren Namen schreiben. Die Kinder von Taquaritinga bekommen die Not von Klein auf zu spüren. Viele sind tagsüber - auch im Krankheitsfall - auf sich allein gestellt, weil ihre Eltern auf den Feldern arbeiten müssen. Diese können sich keinen Ausfall leisten, weil das Geld so schon kaum zum Leben reicht.

Das Projekt Olà
Hundert Kinder aus Taquaritinga kommen tagsüber im Zentrum „S. Giovanni Bosco” unter. Die von den „Franziskanerschwestern von der Buße“ geführte Tagesstätte steht an sechs Tagen in der Woche von 7 Uhr bis 17 Uhr offen. Die Schwestern kümmern sich um die Buben und Mädchen, deren Eltern tagsüber nicht für sie sorgen können. Die meisten Kinder haben nur noch die Mutter oder leben bei den Großeltern. Im Zentrum erhalten sie ausgewogene Mahlzeiten und werden gesundheitlich versorgt. Sie spielen, singen, tanzen, basteln und handarbeiten - dürfen einfach Kind sein. Die größeren von ihnen lernen lesen und schreiben, damit sie später zur Schule gehen können und nicht als Tagelöhner enden.

Knapp ein Euro pro Tag
reicht aus, um alle Kosten für ein Kind im Projekt Olà abzudecken. Dazu gehören Unterkunft, Verpflegung, Schulmaterial, Instandhaltungskosten, Heizung und Reinigung der Strukturen, sowie das Gehalt der insgesamt sieben LehrerInnen, ErzieherInnen und der Köchin.

Jedes Kind im Projekt "Olà" unterstützen Sie mit:
28 € im Monat,
168 € alle sechs Monate,
336 € im Jahr,
oder einem beliebigen, von Ihnen bestimmten Betrag.

Kennwort: Kinderpatenschaft Brasilien

Wer Pate/Patin für ein Kinderpatenschaftsprojekt der Caritas werden möchte, kann die Höhe und die Dauer seiner Spende frei wählen. Die PatInnen legen selbst fest, wie die Zahlung erfolgen soll: einmalige Beträge sind ebenso möglich wie regelmäßige Überweisungen. Die PatInnen sind nicht vertraglich zu einer Zahlung verpflichtet. Sie können die Unterstützung jederzeit und ohne Angabe von Gründen unter- oder abbrechen.



Weitere Informationen:
Büro für Auslandsarbeit Caritas Diözese Bozen-Brixen, I-39100 Bozen, Sparkassenstrasse 1 Tel. +39 0471 304 351 Fax +39 0471 304 395, E-Mail: international@caritas.bz.it

Kontaktperson:
Fabio Molon

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Kontakt
Caritas Diözese Bozen-Brixen
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Tel. 0471 304 300
Fax 0471 973 428
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