11. Februar - Welttag der Kranken - Caritas Hospizbewegung setzt sich ein für schwerkranke und sterbende Menschen
Nach wie vor werden in unserer Gesellschaft die Themen Sterben und Tod aus dem Leben ausgeklammert. Die Caritas nimmt den internationalen Tag der Kranken am 11. Februar zum Anlass, um auf die Tätigkeit der Hospizbewegung hinzuweisen. Denn schwerkranke, sterbende und trauernde Menschen stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit dieser Freiwilligeninitiative. 154 gut ausgebildete Ehrenamtliche betreuen derzeit in ganz Südtirol Menschen zu Hause, in Alten- und Pflegeheimen, sowie in palliativen Einrichtungen. Das Anliegen der Caritas: Menschen sollen bis zum letzten Augenblick ihres Lebens wichtig genommen werden, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch leben können bis zuletzt. Schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen können die Dienste der Hospizbewegung jederzeit in Anspruch zu nehmen. Allein im Jahr 2009 hat die Hospizbewegung im Land mehr als 17.000 Arbeitsstunden geleistet. Umgerechnet sind das 708 24-h-Tage oder 425 durchschnittliche Arbeitswochen.
„Sterbende sind unsere Lehrerinnen und Lehrer“, schreibt Hilde Domin, die im Jahr 1909 geborene und mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnete deutsche Schriftstellerin: „Jeder der geht, belehrt uns ein wenig über uns selbst. Kostbarster Unterricht an den Krankenbetten.“ Davon sind auch die 154 freiwilligen MitarbeiterInnen der Hospizbewegung und ihre hauptamtlichen KoordinatorInnen überzeugt. Anlässlich des Welttages des Kranken am 11. Februar will die Caritas auf jene Menschen aufmerksam machen, die oft an den Rand der Gesellschaft geraten. Eine schwere Erkrankung stößt Menschen schnell ins soziale Abseits. Deshalb brauche es „neben einer guten medizinischen und pflegerischen Betreuung von schwerkranken Personen vor allem menschliche Zuwendung und Aufmerksamkeit“, erklärt der Leiter der Hospizbewegung Günther Rederlechner. Das seien Geschenke, mit denen unsere Gesellschaft sehr geize.
Rederlechner weiter: „Unsere Gesellschaft ist nur so menschlich, wie sie mit kranken und sterbenden Menschen umgeht und wie sie jene Menschen wertschätzt, die sich für Kranke und Sterbende einsetzen.“ Im Mittelpunkt der Hospizbewegung stehen die schwerkranken und sterbenden Menschen und ihre Angehörigen. Sie mit ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen, ist der Anspruch der 154 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die im vergangenen Jahr 2009 landesweit landesweit häufig im Einsatz waren: die Anzahl an Einsätzen und geleisteten Arbeitsstunden ist ebenso gestiegen wie die Zahl der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Hospizbewegung. 5.942 Einsätze hat die Hospizbewegung zwischen Jänner und Dezember 2009 geleistet - mit insgesamt 17.036,5 Einsatzstunden. Die Freiwilligen betreuen und begleiten zu Hause, in Alten- und Pflegeheimen sowie auf den Palliativabteilungen in Martinsbrunn in Meran und auf der Geriatrie 3 im Krankenhaus Bozen.
Gediegene Ausbildung und Begleitung für die Freiwilligen sind elementar. Daher organisiert die Hospizbewegung regelmäßige Ausbildungsangebote. Im Spätherbst 2009 haben 36 SüdtirolerInnen die mehrmonatige Ausbildung zur Hospizarbeit abgeschlossen. Die Hälfte davon sind deutscher und die Hälfte italienischer Muttersprache. Seither sind 154 Freiwillige aktiv. „Wir wollen die Qualität unseres Angebotes ständig verbessern“, so Günther Rederlechner. „Unsere MitarbeiterInnen nehmen nehmen zuerst an der Basisausbildung teil und bilden sich im Rahmen ihrer Hospiztätigkeit ständig fort.“ Außerdem werden die Ehrenamtlichen von SupervisorInnen sowie von den hauptamtlichen Koordinationskräften betreut. „So erhalten die Freiwilligen Unterstützung und emotionale Entlastung bei ihrer durchwegs anspruchsvollen Tätigkeit“, unterstreicht der Leiter der Hospizbewegung die Wichtigkeit der begleitenden Weiterbildung.
Öffentlichkeitsarbeit ist der Hospizbewegung ein Anliegen. Die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen waren im vergangenen Jahr bei 92 Veranstaltungen im Einsatz. Dabei galt es, die Hospizidee vorzustellen und den Menschen die Themen Sterben und Tod näher zu bringen. Interessierte, die die Dienste der Caritas Hospizbewegung in Anspruch nehmen oder freiwillig mitarbeiten möchten, können sich zu Bürozeiten an die MitarbeiterInnen in Bozen (Sparkassenstraße 1, Tel. 0471 304 370), Meran (Rennweg 52, Tel. 0473 258328), Brixen (Pfarrplatz 4, Tel. 0472 268418) und Bruneck (Paul-von-Sternbach-Str. 6, Tel. 0474 413 978) wenden.
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Allgemeine Information zum Welttag der Kranken
Der Welttag der Kranken wurde 1993 von Papst Johannes Paul II ins Leben gerufen und wird weltweit am Gedenktag „Unserer lieben Frau von Lourdes“ begangen.