„Um des Lebens Willen vom Sterben sprechen“

„Um des Lebens Willen vom Sterben sprechen“
Am 8. Oktober, dem internationalen Hospiztag, spricht die Caritas Hospizbewegung die Themen Sterben, Tod und Trauer an. „Schwerkranke und sterbende Menschen haben das Recht, umfassend begleitet und in ihren Bedürfnissen wahrgenommen zu werden“, so Günther Rederlechner, Leiter der Hospizbewegung. Denn: „der Sterbeprozess ist eine wichtige, die vielleicht intensivste Phase im Leben eines Menschen. Heute steht der medizinische Aspekt im Vordergrund. Doch das allein reicht nicht aus. Wenn sich schwerkranke Menschen gut begleitet wissen, können sie trotz größter Not das Gefühl von Getragensein erfahren. Die Hospizbewegung ist also eine Zusage zum Leben bis zum Schluss.“ Voraussetzung dafür ist laut Rederlechner eine Auseinandersetzung mit der Sterbethematik, die dann beginnt, wenn das Sterben, der Tod und die Trauer ins alltägliche Leben integriert werden.

Früher, als Kranken- und Pflegeeinrichtungen noch rar waren erlebte man das Sterben und den Tod häufig in den Familien. Heute passiert Sterben meist in Krankenhäusern und Altenheimen. „Durch den Fortschritt und die gesellschaftlichen Entwicklung sind Tod und Sterben aus unserem Alltag nahezu verschwunden. Der medizinische Aspekt ist in den Vordergrund gerückt. Sterben ist heute etwas, das es zu behandeln und zu verhindern gilt. Das Bewusstsein, dass Sterben ein Prozess ist, der zum Leben dazugehört, geht immer mehr verloren“, erklärt der Leiter der Caritas Hospizbewegung, Günther Rederlechner. Anlässlich des internationalen Hospiztages am 8. Oktober 2011 plädiert der Caritas-Mitarbeiter dafür, Tod und Sterben bewusst in den Alltag aufzunehmen und darüber zu sprechen. „Wenn wir diese Themen verdrängen, rücken wir damit auch die sterbenden Menschen an den Rand“, gibt Rederlechner zu bedenken.

Die Caritas Hospizbewegung begreift das Sterben als einen Lebensabschnitt, in dem die Betroffenen Begleitung, Unterstützung und Achtung benötigen. Sie setzt sich in Südtirol seit 14 Jahren für ein Sterben in Würde ein und bietet im ganzen Land kostenlos professionelle Sterbe-, Trauer- und Angehörigenbegleitung an. Die 181 Freiwilligen sind zu einem größeren Teil deutschsprachig, 30 gehören der italienischen Sprachgruppe an und 4 sind ladinischer Muttersprache. Im Jahr 2010 waren sie über 19.000 Stunden im Einsatz – bei den Betreuten Menschen zuhause, in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Altersheimen.

Die ehrenamtlichen MitarbeiterInnen stellen den sterbenden Menschen mit seinen Bedürfnissen und Wünschen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In die Begleitung beziehen sie auch die Angehörigen mit ein, die sich mit der Sterbebegleitung überfordert fühlen. Sie bieten ihnen Entlastung und emotionale Unterstützung an. Ziel ist es, Bedingungen zu schaffen, die es den kranken Menschen und ihren Angehörigen ermöglichen, die verbleibende Zeit als wertvoll zu erfahren und gemeinsam zu nutzen. Dadurch werden gute Voraussetzungen für ein individuelles Abschiednehmen und eine heilsame Trauerarbeit ermöglicht. „Die Hospizbewegung ist nicht nur ein Dienst, sondern vor allem eine menschliche Grundhaltung, die individuelle Bedürfnisse erkennt und zulässt“, erklärt Günther Rederlechner.

Wer die Dienste der Hospizbewegung in Anspruch nehmen oder selbst freiwillig tätig werden möchte, ist eingeladen, sich bei einer der Kontaktstellen der Caritas Hospizbewegung in Bozen, Meran, Bruneck oder Brixen zu melden. Im Jänner 2012 beginnt eine deutschsprachige Ausbildung Hospiz-Freiwillige in Bozen. Interessierte aus den Bezirken Bozen/Umgebung, Salten Schlern und Überetsch/Unterland können sich innerhalb 21. Oktober 2011 in den Büros der Caritas Hospizbewegung melden.

  • Bozen, Sparkassenstrasse 1, Tel. 0471 304 370, hospiz@caritas.bz.it
  • Meran, Rennweg 52, Tel. 0473 258 328, cbw@caritas.bz.it
  • Bruneck, Paul von Sternbachstr. 6, Tel. 0474 413 978, cbo@caritas.bz.it
  • Brixen, Pfarrplatz 4, Tel. 0472 268418, cbx@caritas.bz.it

Zahlen und Fakten zur Caritas Hospizbewegung


Die Caritas Hospizbewegung setzt sich in Südtirol seit 14 Jahren für ein Sterben in Würde ein. Dafür braucht es neben einer gut organisierten palliativen Betreuung, einer einfühlsamen Hospizbegleitung und einer wertschätzenden Gesellschaft die Unterstützung und Begleitung der Angehörigen. Ziel der Caritas ist es, Bedingungen zu schaffen, die es den Angehörigen sterbenskranker Menschen ermöglichen, die verbleibende Zeit als wertvoll zu erfahren und gemeinsam zu nutzen. Dadurch werden gute Voraussetzungen für ein individuelles Abschiednehmen und eine heilsame Trauerarbeit ermöglicht.

Die Caritas Hospizbewegung bietet im ganzen Land kostenlos professionelle Sterbe-, Trauer- und Angehörigenbegleitung an. Die 181 Freiwilligen sind zu einem größeren Teil deutschsprachig, 30 gehören der italienischen Sprachgruppe an und 4 sind ladinischer Muttersprache. Je nach Bedarf und Sprache können sie im ganzen Land ihre Tätigkeit anbieten.

243 ambulante Begleitungen haben die Freiwilligen im Jahr 2010 durchgeführt. Zudem wurden auch regelmäßige stationäre Begleitungen bei schwerkranken und sterbenden Menschen in Alters- und Pflegeheimen sowie in palliativen Einrichtungen getätigt. Gut 19.000 Stunden haben die Hospizfreiwilligen bei knapp 7.000 Besuchen in diesen ambulanten und stationären Begleitungen durchgeführt.

Im Jänner 2012 beginnt wiederum eine deutschsprachige Ausbildung Hospiz-Freiwillige in Bozen
. Interessierte aus den Bezirken Bozen/Umgebung, Salten Schlern und Überetsch/Unterland können sich innerhalb 21. Oktober 2011 in den Büros der Caritas Hospizbewegung melden.

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Kontakt
Caritas Diözese Bozen-Brixen
Sparkassenstraße 1
I-39100 Bozen - Südtirol - Italien
Tel. 0471 304 300
Fax 0471 973 428
www.caritas.bz.it

 
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