Pakistan: ein Jahr nach der Flutkatastrophe

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe in Pakistan zieht die Caritas der Diözese Bozen-Brixen Bilanz über die derzeitige Situation und die Hilfsmaßnahmen, die dort getroffen wurden. Über 4.500 Südtirolerinnen und Südtiroler haben insgesamt 1.022.652,21 Euro gespendet. Damit konnte tausenden Familien unmittelbar nach der Katastrophe, aber auch beim Wiederaufbau geholfen werden.
Vor einem Jahr wurde Pakistan, das 18 mal größer ist als Südtirol, von einer Flutkatastrophe getroffen, die von starken Regenfällen verursacht worden war. Unzählige Menschen sind dadurch in arge Not geraten: Elf Millionen Personen blieben ohne Zuhause, hunderte von Brücken und Straßen wurden zerstört, das Vieh ist ertrunken, die Ernte wurde zerstört. 20 Millionen Menschen litten in der Folge an Hunger, Durst und Krankheiten. 4564 Personen haben sich in Südtirol solidarisch mit der Bevölkerung von Pakistan gezeigt und der Caritas Diözese Bozen-Brixen insgesamt 1.022.652,21 Euro gespendet. Damit konnten 45.000 Familien (357.500 Personen) in den Provinzen Belutschistan, Punjab und Sindh mit Trinkwasser, Lebensmittelpaketen, proteinhaltigen und vitaminhaltigen Nahrungsmitteln für kleine Kinder, Zelten, Plastikplanen, Hygieneartikeln und Mosiktonetzen versorgt werden. 700.000 Euro wurden verwendet, um die elementarsten Grundbedürfnisse zu stillen und das Überleben zu sichern.
In Zusammenarbeit mit dem internationalen Caritas-Netzwerk und dem lokalen Partner, der pakistanischen Vereinigung AWARD, wurden anschließend Maßnahmen zur Versorgung mit Trinkwasser und der verschiedenen Verkehrsverbindungen im Norden der Region getroffen. Außerdem wurde 1.200 Familien in Punjab beim Wiederaufbau der Land- und Viehwirtschaft geholfen.
Im Norden des Landes hat die Flut Straßen, Brücken und Wasserleitungen weggefegt, weshalb tausende Menschen ohne Verkehrsverbindungen und Trinkwasserversorgung geblieben sind, Der Wiederaufbau von 100 Brücken hat die Menschen aus der Isolation geholt und ihnen eine Zukunft ermöglicht. Mit der Wiederherstellung von Wasserleitungen konnten die Bewohner von 50 Dörfern wieder mit Wasser versorgt werden. In der Region Punjab indes haben die Bauern Häuser, Ernten, Tiere und Geräte verloren. Um zu verhindern, dass die Bevölkerung weiteren Hungersnöten ausgesetzt ist, haben 1200 Bauernfamilien neben der Soforthilfe Saatgut und Düngemittel erhalten, um damit jeweils zwei Hektar Grund bearbeiten zu können. Auch Arbeitsgeräte und Viehbestand wurden sichergestellt, um die nächste Aussaat und damit die Selbstversorgung gewährleisten zu können. Diese Maßnahmen wurden mit 200.000 Euro unterstützt.
In Kashmir wurden mit 50.000 Euro zwei Wassermühlen und zwei kleine Wasserkraftwerke errichtet. Weitere 70.000 Euro werden es den Menschen in der Provinz Sindh ermöglichen, ihre Arbeit in der Landwirtschaft fort- und weiterzuführen. Diese Projekte werden innerhalb Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen.
Die Südtiroler Caritas bedankt sich, auch im Namen der tausenden Familien in Pakistan, bei allen die geholfen und den Menschen wieder Hoffnung gebracht haben.
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