Oberalp - SALEWA Group : Solidarität von den Alpen in die Anden

Genügend sauberes Trinkwasser, Gesundheit, Hygiene und erneuerbare Energie: Dank der Unterstützung von Oberalp- SALEWA kann ein ganzes Dorf in der bolivianischen Region Cochabamba mit neuer Hoffnung in die Zukunft blicken. Der Südtiroler Hersteller von Sportartikeln hat mit 100.000 Euro ein Pilotprojekt der Südtiroler Caritas finanziert, das mehreren Hundert Menschen im kargen bolivianischen Hochland soziale und wirtschaftliche Entwicklung garantiert. Die Familien leben dort unter schwierigsten Lebensbedingungen. Haupteinnahmequelle ist die Landwirtschaft, von der sie aber ohne technische Hilfsmittel mehr schlecht als recht überleben können. In den kommenden Jahren wird SALEWA ein weiteres Projekt in einem anderen Dorf der Region in Angriff nehmen. Projektpartnerin vor Ort ist die Caritas der Diözese von Aiquile, mit der die Südtiroler Caritas seit Jahren zusammenarbeitet.
Heiner Schweigkofler und die Salewa-Mitarbeiterin Alexandra Letts sind vor kurzem von einem Lokalaugenschein im bolivianischen Dorf Elvira zurückgekehrt, wo SALEWA in Zusammenarbeit mit der Caritas Diözese Bozen-Brixen in den vergangenen Jahren ein Pilotprojekt zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung mit 100.000 Euro finanziert hat. Gemeinsam mit Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler hat sich die Purchasing & Production Managerin von SALEWA über den Fortschritt der einzelnen Projektphasen informiert.
Das Dorf Elvira liegt inmitten der kargen bolivianischen Hochebene auf 3.000 Meter Meereshöhe in der Region Cochabamba. 92% der dortigen Bevölkerung leben von dem, was sie den kargen Böden abtrotzen können. Durchschnittlich hat eine Familie nicht mehr als 500 Euro im Jahr zur Verfügung. Die weiter fortschreitenden Klimaveränderungen bringen immer mehr Dürreperioden über das Land, nötige Infrastrukturen wie Bewässerungssysteme gibt es kaum. Nur 15% der Menschen in dem weiten, spärlich besiedelten Bergland hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein soziales Netz gibt es in Cochabamba, wie auch im restlichen Staatsgebiet, kaum. Der Großteil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung und schulischer Ausbildung. Die wenigen Schulen, Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen sind liegen zu weit entfernt. Fast die Hälfte der Menschen kann weder lesen noch schreiben. SALEWA ist es ein Anliegen, diesen Menschen die in hochalpinen Regionen leben, zu unterstützen. Durch den Einsatz der Mitarbeiter hat man sich letztlich für das Projekt Elvira in den Anden entschieden, das direkt von den Mitarbeitern des Unternehmens unterstützt wird.
In Elvira haben sich die Lebensbedingungen der Menschen in den vergangenen fünf Jahren schrittweise gebessert. Im Rahmen des Projekte „Elvira“ wurden Quellen erschlossen, Sammelbecken und Wasserleitungen gebaut. Heute hat jedes Haus im Dorf einen eigenen kleinen Brunnen und genügend Wasser zum Trinken, für die tägliche Hygiene, für die Bewässerung der Felder und zum Tränken der Nutztiere; außerdem eine Latrine, die mit einem biologischen Abwasserbecken verbunden ist. Neue Holzherde in den Häusern verringern den Kohlendioxidausstoß und sorgen für eine effizientere Nutzung des Feuerholzes, das im bolivianischen Hochland knapp ist. Genügend Strom für die täglichen Bedürfnissee liefern kleine Photovoltaikanlagen, mit denen jeder Haushalt ausgestattet wurde. Die neu errichtete Schule und die Krankenstation sind auch für die Menschen aus den benachbarten Dörfern leicht erreichbar. Eine fest angestellte Lehrerin kümmert sich um die Ausbildung der Kinder, ein Arzt macht zweimal in der Woche Dienst in der Krankenstation. Weil das Dorf mit Strom ausgestattet ist, kann außerdem abendlicher Unterricht für Erwachsene angeboten werden. Die neu errichtete Mühle erleichtert vor allem den Frauen von Elvira und aus den umliegenden Dörfern den harten Alltag. Früher mussten sie das Getreide in mühevoller Handarbeit mahlen.
„Die Menschen in Elvira sind sehr dankbar und stolz. Alle haben in den letzten Jahren beim Aufbau der neuen Anlagen mit angepackt, die Weiterbildungskurse über Hygiene besucht und gelernt, wie sie die neuen Infrastrukturen selbst warten können. Dadurch ist Elvira heute auch für die staatlichen Stellen ein Vorzeigemodell, wenn es um Entwicklungsmöglichkeiten im Hochland geht“, berichtet Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler.
Möglich gemacht hat das Projekt „Elvira“ der Südtiroler Sportartikelhersteller SALEWA, der insgesamt 100.000 Euro der insgesamt investierten 120.000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Die Unternehmensführung hat gemeinsam mit den MitarbeiterInnen für die Menschen in Bolivien gesammelt und selbst gespendet. Gesammelt wird das Geld für das Projekt bei den jährlichen Weihnachtsfeiern des Unternehmens. Bei der SALEWA Weihnachtstombola findet jedes Jahr eine Verlosung statt, bei der alle Mitarbeiter Geschenke ersteigern können, die zum Beispiel von Lieferanten geschickt werden.
Zum einen wird auf diese Weise erreicht, dass Geschenke auf alle Mitarbeitenden verteilt werden und nicht Einzelnen vorbehalten bleiben. Zum Anderen geht das Geld, das durch die Verlosung eingenommen wird, an zwei bis drei soziale Projekte. Die Mitarbeitenden können dabei jeweils selbst entscheiden, an welches der Projekte ihr Geld gehen soll. Der Gesamtbetrag, der bei dieser Verlosung zusammen kommt, wird von der Geschäftsführung verzehnfacht. Eines dieser sozialen Projekte war in den letzten fünf Jahren das Dorf Elvira. Für die nächsten fünf Jahre will Oberalp - SALEWA nun mit seiner Weihnachtsaktion ein zweites Bergdorf in den Anden, Laime, unterstützen. Salewa-Oberalp konzentriert sich in seinen Produkten hauptsächlich auf den Bergsport. „Wir sind mehr als glücklich über das, was wir gemeinsam mit der Caritas und den Menschen in Bolivien erreicht haben. Elvira ist ein Projekt, das Entwicklung und Umweltschutz vereint. Das harte Leben in den Bergen wird für die Menschen dadurch leichter, das Land wird geschont. Die Familien können weiterhin ihre Äcker bestellen und sind nicht mehr ausschließlich von den seltener werdenden Niederschlägen abhängig“, betont Heiner Oberrauch, der Präsident der Salewa-Oberalp, der gemeinsam mit der Südtiroler Caritas bereits das nächste Hilfsprojekt in Bolivien plant. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll ein weiteres Dorf mit nützlichen Infrastrukturen ausgestattet werden.
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