Am 20. November vor 22 Jahren wurde die internationale Kinderrechtskonvention in der UNO-Generalversammlung von den meisten Staaten weltweit ratifiziert. In der Konvention sind die Rechte auf lebensnotwendige materielle Güter genauso festgelegt, wie das Recht auf Bildung und Schutz vor allen Formen von Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt. Dennoch ist die Lebenssituation vieler Kinder weltweit immer noch dramatisch. Unter dem Motto „Wie schreibt man Zukunft?“ ermöglicht die Südtiroler Caritas mit ihren Kinderpatenschaftsprogrammen in Bolivien, Brasilien, Eritrea, Kenia und Mazedonien jedes Jahr insgesamt 640 Kindern den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung.
Am 20. November wird weltweit der Tag der Kinderrechte begangen. Genau an diesem Tag wurde vor 22 Jahren die UNO-Kinderrechtskonvention von fast allen Staaten weltweit ratifiziert Damit gilt sie für knapp zwei Milliarden Kinder und kann durchaus als eines der erfolgreichsten Menschenrechtsdokumente in der Geschichte der Internationalen Gemeinschaft bezeichnet werden. Laut dieser Konvention hat jedes Kind ein Recht auf genügend Nahrung, Gesundheitsversorgung, Bildung und Schutz vor Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt. Die Realität für Kinder in vielen Teilen der Erde sieht jedoch anders aus.
Kinder in Not. Die Zahlen.
Laut den Daten der Weltgesundheitsorganisation sind derzeit 178 Millionen Kinder unterernährt; jedes Jahr sterben 3,2 Millionen Kinder, weil sie nicht genug zum Essen haben. Diese Situation wird sich nach Schätzungen der NRO Save the Children bis zum Jahr 2015 noch weiter verschlechtern. Aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise rechnet die NRO jährlich mit zusätzlichen weiteren 200.000 bis 400.000 minderjährigen Todesopfern. Insgesamt sterben weltweit jedes Jahr fast 7,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an grundsätzlich heilbaren Krankheiten wie Lungenentzündung, Malaria, Masern oder Diarrhö, an Komplikationen bei und nach der Geburt und an Darmerkrankungen, die in 88% der Fälle durch schmutziges Wassers verursacht werden.
Über die Hälfte dieser Todesfälle betreffen den afrikanischen Kontinent: 4,5 Millionen Kinder sterben dort jährlich an Hunger und Krankheiten, die geheilt werden könnten, für deren Behandlung den Familien jedoch das Geld fehlt – das sind 12.000 Buben und Mädchen pro Tag. 75 Millionen Minderjährige in Afrika haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen; drei Fünftel von ihnen sind Mädchen. 250.000 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren müssen in den 17 kriegerischen Konflikten auf dem Kontinent als Soldaten, Spione, Träger, Köche und “Ehefrauen” der Kämpfer dienen. In 24 Ländern werden die so genannten „Kindersoldaten“ von Milizen und Kampftruppen angeworben, die keiner Regierung angehören. 22 Millionen Kinder sind aufgrund der vielen mehr oder weniger bekannten Kriege auf der Flucht; 130 Millionen leben auf der Straße; mindestens 50 Millionen Kinder sind nie in öffentlichen Ämtern registriert worden – sie existieren offiziell gar nicht.
Die Kinderpatenschaftsprojekte der Caritas
Vor acht Jahren hat die Südtiroler Caritas das Kinderpatenschaftsprogramm „Wie schreibt man Zukunft?“ zur Unterstützung von Kindern in wirtschaftlich schwächeren Teilen der Welt ins Leben gerufen. Mit kompetenten und zuverlässigen Partnerorganisationen vor Ort ermöglicht sie jedes Jahr 640 Kindern schulische Bildung und damit die Chance auf eine bessere Zukunft. Sie können den Kindergarten oder eine Schule besuchen. Gleichzeitig bekommen sie Unterkunft, Verpflegung, sanitäre Betreuung und – falls notwendig – auch Lebensmittel für ihre Familien. 2.640 Mädchen und Buben in Bolivien, Brasilien, Eritrea, Kenia und Mazedonien haben bisher über die Kinderpatenschaftsprojekte Zugang zu Schulbildung, Gesundheitsversorgung und ausreichend Nahrung erhalten. 550 PatInnen aus Südtirol unterstützen die einzelnen Projekte gemeinsam mit den zahlreichen SchülerInnen, die sich jedes Jahr am „Laufwunder“, den von der youngCaritas organisierten Charity Läufen, beteiligen. Dabei unterstützen die SpenderInnen kein einzelnes Kind, sondern das Gesamtprojekt. „Mit dieser Form der Patenschaften können wir verhindern, dass einzelne Kinder aus ihrem Umfeld herausgerissen werden; dass sie ihre Ausbildung abbrechen müssen, weil ein Pate oder eine Patin die Unterstützung beendet oder dass Kinder in Abhängigkeit zu den PatInnen geraten“, erklärt Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler. Die PatInnen können die Höhe ihres Beitrags frei wählen. Als Orientierungshilfe hat die Caritas die anfallenden Spesen pro Kind und Jahr ausgerechnet. Weniger als ein Kaffee pro Tag reicht, um ein Kind in einem der Caritas-Projekte in Bolivien (360 € pro Jahr), Brasilien (336 € pro Jahr), Eritrea (354 € pro Jahr), Kenia (216 € pro Jahr) oder Mazedonien (360 € pro Jahr) zu unterstützen.
Pate oder Patin werden.
Wer eines der Kinderpatenschaftsprojekte unterstützen oder weitere Informationen zum Thema haben möchte, findet diese im Internet unter www.caritas.bz.it. Die MitarbeiterInnen der Caritas stehen auch telefonisch oder persönlich in der Sparkassenstraße 1 unter Tel. 0471 304 351 oder via E-Mail:
international@caritas.bz.it zur Verfügung. „Die vergangenen acht Jahre haben gezeigt, dass viele Menschen in Südtirol bereit sind, einen Beitrag zu leisten, damit Kinder und Jugendliche ohne genügend Nahrung, medizinische Betreuung und ohne Schulbildung nicht ihrem Schicksal überlassen bleiben“, bedanken sich die beiden Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Renato Bertuzzo, „Durch ihre Solidarität helfen sie, die Kinderrechte weltweit zu verwirklichen“.
Foto: Nino Letto