Kanu-Verein Meran unternimmt Rafting-Tour mit obdachlosen Menschen

Sport, Natur und Gemeinschaft haben vier BewohnerInnen des Hauses Arché in Meran vor wenigen Tagen bei einem Raftingausflug mit Mitgliedern des Kanu-Verein Merans erlebt. Gemeinsam mit zwei BetreuerInnen und drei Rafting-Begeisterten des Vereins ging es bei strahlendem Sonnenschein der Nähe von Kastelbell ins kühle Nass der Etsch. „Es war ein ganz besonderes Erlebnis für unsere KlientInnen, die in der Vergangenheit viel Zurückweisung und Ausgrenzung erfahren haben. Bei der Tour haben sie nicht nur den Sport und die Natur genossen, sondern vor allem auch das Zugehörigkeitsgefühl zu einem Team“, erklärt Michael Bockhorni, der Leiter des von der Caritas geführten Hauses Arché für obdachlose Männer und Frauen.
Zustande gekommen ist der Ausflug auf Initiative von Stefanie Zaremba, einer Betreuerin im Haus Arché. Sie ist selbst begeisterte Rafting-Sportlerin und Mitglied im Kanu-Verein Meran. „Ich habe im Haus manchmal von meinen Ausflügen erzählt und Fotos gezeigt. Einige unserer KlientInnen im Haus hatten damit viel Freude und fragten, ob sie auch einmal mitkommen dürften“, erzählt Zaremba.
Gemeinsam mit den erfahrenen Rafting-Coaches Cathrine Godell, Thomas Waldner und Werner Pixner hat sie den Ausflug organisiert. „Bei jeder Rafting-Tour braucht es eine in Wasserrettung ausgebildete Person für das Safety Kajak, und erfahrene Rafting Guides. Sie alle haben ihre Mithilfe kostenlos zur Verfügung gestellt“, bedankt sich Zaremba bei ihren Vereins-Kollegen. Die Kosten für die Versicherung haben die TeilnehmerInnen zu einem Teil selbst übernommen. Der Rest wurde mit Hilfe eines privaten Spenders beglichen. „Motivierte und sozial engagierte Menschen haben unseren KlientInnen eine aufregende und außergewöhnliche Erfahrung ermöglicht, an die sie wohl immer gern zurückdenken werden“, betont auch Michael Bockhorni.
Die Caritas Diözese Bozen-Brixen ist bereits seit neun Jahren in der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe mit drei verschiedenen Strukturen in Meran aktiv. Das Haus Arché und das Nachtquartier führt sie laut Konvention mit der Gemeinde Meran. Dort ist Platz für insgesamt 32 Frauen und Männer. Sie bekommen nicht nur ein Dach über dem Kopf, Essen und Waschgelegenheit. Zehn hauptamtliche MitarbeiterInnen begleiten sie auf dem Weg „zurück“ in die „normale“ Gesellschaft. Sie geben Hilfe bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft und psychosoziale Begleitung. Das Haus Arché ist in der IV.-Novemberstraße in Meran unter Tel. 0473 201 361 zu erreichen
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