Wenn der Tod eines nahe stehenden Menschen in unser Leben einbricht, ist nichts mehr wie vorher. Dieses Empfinden tragen viele trauernde Menschen in sich. Für viele ist es schwer, damit fertig zu werden. Die Caritas Hospizbewegung unterstützt Menschen, die eine Verlusterfahrung gemacht haben, in begleiteten Trauergruppen. Die Betroffenen finden dort eine geschützte Umgebung und Zeit, ihre Trauer zu leben und zu bewältigen. In Meran wird das Angebot mit einer Gruppe für trauernde Eltern demnächst ausgeweitet. Interessierte Mütter und Väter sind herzlich zum ersten Treffen am 27. Februar um 17.30 Uhr im Palliativzentrum Martinsbrunn eingeladen.
„Wir trauern weil wir lieben. Die Liebe in der Trauer sagt uns, dass wir weiter lieben möchten auch nach dem Tod des geliebten Menschen. Besonders stark ist dieses Empfinden nach dem Tod des eigenen Kindes“, weiß Irene Volgger, die Koordinatorin der Caritas Hospizbewegung für das Burgrafenamt und für den Vinschgau. Es brauche Zeit um zu begreifen, Zeit um Abschied zu nehmen, Zeit zum Reden und zum Schweigen; Zeit für Erinnerungen und für die vielschichtigen Gefühle, die sich nach und nach entwickeln und sich ins Bewusstsein drängen.
Die Hospizbewegung der Caritas unterstützt bereits seit mehreren Jahren trauernde Menschen in begleitenden Trauergruppen. Derzeit finden regelmäßige Treffen in Meran statt. In der Gruppe sind alle Betroffenen willkommen, unabhängig von Alter, Konfession, Geschlecht und sozialem Status. Sie bekommen einen Raum, in dem sie ihre Trauer ausdrücken und gestalten können. „Mit Feingefühl und Achtsamkeit sind wir in diesen Gruppen gefordert, dem Leid, den Fragen und Abgründen eine Sprache anzubieten. Und wenn es in der ersten Zeit auch nur die Sprache des gemeinsamen Schweigens ist“, so Volgger. Denn: „Was Trauernde brauchen und wie sie Trauer leben und ausdrücken, wissen nur die Betroffenen selbst.“
Auf die besonderen Bedürfnisse von Müttern und Vätern, die ein Kind verloren haben, möchte die Hospizbewegung zukünftig mit einer eigenen Gruppe für trauernde Eltern eingehen. „Im Gedankenaustausch helfen und stärken sich die Trauernden gegenseitig. Jedes Gruppenmitglied wird angenommen, wie es ist. Wir haben keine Angst davor, Trauer und Tränen zu begegnen. In der Gruppe muss niemand tapfer sein“, lädt Volgger zum Kommen ein.
Alle Trauergruppen werden von erfahrenen haupt- und ehrenamtlichen Hospiz-MitarbeiterInnen begleitet. Das erste Treffen der Gruppe für trauernde Eltern findet am Samstag, 27. Februar 2010 von 17.30 – 20.00 Uhr im Vinzenzhaus in Gratsch statt. Die allgemeine Trauergruppe trifft sich jeden Dienstag von 19.45 bis 22.15 Uhr im Vinzenzhaus in Gratsch in der Laurinstraße 77. Die Teilnahme an den Treffen ist kostenlos. Ein Einstieg ist nach einem Erstgespräch möglich. Interessierte sollten sich bitte im Vorab bei Irene Volgger im Büro der Hospizbewegung am Rennweg 52 in Meran unter Tel. 0473 270 920 oder per E-Mail:
cbw@caritas.bz.it melden.