Gebrauchte Handys für Menschen in Not

Gebrauchte Handys für Menschen in Not
Die zweite Caritas-Handysammlung ist gestern angelaufen. Bis zum 27. März 2010 stehen in allen Despar-, Eurospar- und Interspar-Geschäften Südtirols eigene Sammelbehälter bereit. Für jedes Mobiltelefon bekommt die Caritas eine Spende von drei Euro, die sie für Menschen in Not in Südtirol einsetzt. Die gesammelten Handys werden ihm Rahmen eines Projektes zur Arbeitsintegration sortiert, gegebenenfalls wieder funktionstauglich gemacht oder umweltgerecht entsorgt.

Bei der ersten Handysammlung im Jänner 2008 haben die SüdtirolerInnen über 15.000 Mobiltelefone abgegeben. „Mit dem Erlös von 45.000 Euro konnten wir Menschen in verschiedenen Notsituationen gezielt unterstützen“, bedanken sich die beiden Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Mauro Randi bei den HandyspenderInnen. In der Zwischenzeit dürften aber wieder zehntausende alter Handys ungenützt in den Schubladen der SüdtirolerInnen auf Wiederverwertung warten. „Die Anfragen um eine sinnvolle Abgabemöglichkeit alter Mobiltelefone werden immer zahlreicher“, so die beiden Caritas-Direktoren. Deshalb werde die Handysammlung derzeit wiederholt.

Für jedes gesammelte Handy bekommt die Caritas auch heuer eine Spende von 3 Euro – egal ob es noch funktioniert oder nicht. Damit unterstützt sie Menschen in Südtirol, die durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen wurden, die Auswege aus der Sucht suchen, die Trost und Beistand nach Verlusterfahrungen brauchen, die ZuhörerInnen in Krisenzeiten, Rat bei finanziellen Problemen oder Orientierungshilfen in Arbeitswelt und Gesellschaft benötigen. Die Mobiltelefone können wieder in den meisten Despar- Eurospar- und Intersparfilialen in Südtirol und in allen Caritas-Diensten des Landes abgegeben werden. Bis zum 27. März stehen dafür gut gekennzeichnete Sammelbehälter bereit. Die Mobiltelefone können mit oder ohne Zubehör eingeworfen werden. Alle Handy-SpenderInnen sollten aber darauf achten, die SIM-Karte aus dem Handy zu entfernen und persönliche Daten vor der Abgabe zu löschen.

Die abgegebenen Telefone gehen an die Caritas Wien. Diese führt ein Althandyverwertungs-zentrum, in dem insgesamt zwölf sozial benachteiligte Menschen nach Jahren der Arbeitslosigkeit einen festen Arbeitsplatz bekommen haben. Sie sortieren die Mobiltelefone aus Südtirol unterziehen sie einem Funktionstext. „Viele Geräte sind erfahrungsgemäß noch funktionstüchtig; andere können repariert und dann weiterverwendet werden“, erklärt Matthias Spögler, der Verantwortliche der Handysammlung in Südtirol. Das spare Rohstoffe und vermeide Abfall. Außerdem entlaste jede verlängerte Lebensdauer eines Mobiltelefons die Umwelt. Defekte Handys werden in ihre Bestandteile zerlegt; verwertbare Komponenten dienen zur Reparatur anderer Geräte. Die in den Handys enthaltenen Rohstoffe wie Gold, Platin und Kupfer werden wiederverwertet, Schadstoffe umweltgerecht entsorgt. „Wer sein Handy spendet, leistet daher auch einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz“, betont Spögler.

Die funktionierenden Handys werden weiterverkauft. Sie gehen großteils in sog. Entwicklungsländer wie Afrika, Asien oder Lateinamerika und ermöglichen der Bevölkerung die Einbindung in ein Kommunikationsnetz und damit nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Das Mobilfunknetz ersetzt dort die oft völlig fehlende Festnetz-Infrastruktur und ermöglicht wirtschaftliche Entwicklung. So kann in manchen afrikanischen Ländern mittlerweile fast überall per Handy bargeldlos bezahlt werden, was in Ländern mit wenig Sicherheit für viele Menschen überlebenswichtig ist. Weil im Zahlungsverkehr und im alltäglichen Wirtschaftsleben in Afrika die Nutzung von SMS unverzichtbar geworden ist, trägt dies auch zur Alphabetisierung breiter Bevölkerungsschichten bei. Bei medizinischen Notfällen hilft die telefonische Erreichbarkeit, Leben zu retten. Die Südtiroler Caritas hat mit dem Verwertungszentrum in Wien einen Ethikvertrag abgeschlossen, der die Einhaltung von sozialen und ökologischen Richtlinien bei der Verwertung und beim Weiterverkauf der Handys garantiert. Bei der Durchführung der Handysammlung bekommt die Caritas heuer wieder tatkräftige Unterstützung von verschiedenen Südtiroler Betrieben: Die Fa. Aspiag stellt in ihren Geschäften Platz für die Sammelboxen zur Verfügung. Die Landesagentur für Umwelt berät die Caritas bezüglich der gesetzlichen Rahmenbedingungen und gewährt einen finanziellen Beitrag. Die Athesia-Medien, die Tageszeitung Alto Adige und das Team vom Südtirol Journal machen im ganzen Land auf die Sammlung aufmerksam.

Weitere Informationen zur Handy-Sammlung erteilt die Caritas unter Tel. 0471 304 300, via E-Mail: handysammlung@caritas.bz.it oder im Internet unter www.caritas.bz.it.
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