Erdbeben in Haiti: die Caritas unterstützt 200.000 Menschen

Erdbeben in Haiti: die Caritas unterstützt 200.000 Menschen
Haiti braucht weiterhin dringend Unterstützung. 160.000 Tote, 250.000 Schwerverletzte, 2,5 Millionen Obdachlose ist die traurige Opferbilanz des Erdbebens vom 12. Jänner 2010. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen, die Seuchengefahr steigt. Die Hilfe des Caritas-Netzwerkes, in das die Caritas Diözese Bozen-Brixen eingebunden ist, konzentriert sich auf die Soforthilfe in Petionville und Legane. Die Südtiroler Bevölkerung hat für die Caritas-Hilfe bisher 726.400 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Leiterin der Katastrophenhilfe der Caritas Österreich, die Tirolerin Sabine Wartha, ist vorgestern nach achttägigem Hilfseinsatz auf Haiti in die Heimat zurückgekehrt. "In den vergangenen Tagen hat eine ganz kleine Normalisierung eingesetzt“, erklärt sie. „Banken und Geschäfte haben wieder geöffnet, Aufräumarbeiten haben begonnen. Die Solidarität im Krisengebiet ist sehr groß.“ Sie sei bereits in vielen Katastrophenregionen gewesen, so zum Beispiel in Kosova oder Pakistan. "Haiti war das Heftigste und Schlimmste, was ich je erlebt habe", zeigt sich Wartha betroffen. In ganz kleinen Schritten würde "so in der Hauptstadt Port-au-Prince etwas wie Alltag einkehren“, meint Wartha. Auch in den umliegenden Städten seien erste Bestandsaufnahmen und Verteilungen von Hilfsgütern gestartet worden. Die Anwesenheit von Blauhelm-Soldaten ist – so Wartha - bei großen Verteilungen von Hilfsmitteln wichtig. Die Bevölkerung verhalte sich überraschend ruhig. Befürchtete Unruhen hätte es bei der Verteilung von Caritas-Hilfsgütern nicht gegeben: "Die Erdbeben-Betroffenen sind sehr dankbar, nett und hilfsbereit. Allerdings sind sie sehr verzweifelt und einfach nur hungrig."

Sie habe sich selbst versichern können, dass die Hilfe der Caritas ankommt, so Sabine Wartha. Das sei auch dank der hunderten Freiwilligen möglich, die in den Pfarreien zur Verfügung stehen. Alle Diözesen haben Lagerräume zur Verfügung gestellt und Verteilungsplätze organisiert. Die Hilfe des internationalen Caritas-Netzwerkes konzentriert sich auf die Orte Leogane und Petionville in der Peripherie von Port-au-Prince. Noch im Laufe dieser Woche wird die Caritas ihre Unterstützung auf 200.000 Menschen ausdehnen können. „Dass wir im Caritas-Verbund so viele Menschen versorgen können, ist nur dank der großen internationalen Solidarität möglich“, erklären die Südtiroler Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Mauro Randi.

Die Caritas-Hilfe äußert sich in der Zur-Verfügung-Stellung von Trinkwasser, Lebensmitteln, Wasseraufbereitungstabletten, Zelten, großflächigen Planen, Hygienepaketen, Haushaltssets mit Kochutensilien, Bekleidung und Decken. Außerdem sind einige Dutzend Hilfsmannschaften im Einsatz, die sich um die sanitäre Versorgung kümmern und Flüchtlingscamps mit Toiletten ausstatten. Fachkräfte bieten den Menschen psychologische Unterstützung an. Der Caritas ist es wichtig, dass die Menschen neben der dringend benötigten Nothilfe Arbeitsmöglichkeiten erhalten. So schafft sie Arbeitsplätze, indem sie den Haitianern Putzarbeiten in Krankenhäusern und Ambulatorien anbietet, sie bei der Errichtung der sanitären Anlagen auf den Flüchtlingscamps einbindet. 5.000 Menschen werden bei den Aufräumarbeiten auf den Straßen rund um das Krankenhaus „Saint François de Sales“ beschäftigt und beim Wegräumen der Häusertrümmer. Generatoren garantieren für den notwendigen Strom in den Flüchtlingssiedlungen. In Kürze sollen provisorische Schulen auf freiem Feld öffnen, um die Kinder Alltag spüren zu lassen. Sie bekommen außerdem notwendige psychologische Unterstützung.

Die Südtiroler Caritas kann sich dank der Solidarität der Südtiroler Bevölkerung an der Nothilfe und Lebensmittelverteilung in Leogane und Petionville beteiligen. Bis heute Früh sind 726.400 Euro auf die Caritas-Spendenkonten eingegangen. „Wir sind sehr dankbar für diese großartige Unterstützung“, so Heiner Schweigkofler und Mauro Randi. Denn „die Hilfe auf Haiti ist noch lange notwendig.“ Und „Ihre Hilfe kommt an. Jeder Euro ist wertvoll.“

Wer die Erdbebenopfer Haitis unterstützen möchte, ist eingeladen, seine Spende unter dem Kennwort “Erdbeben Haiti” online unter www.caritas.bz.it oder auf eines der Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen einzuzahlen.

Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66A0324011610000006000065;
Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42F0349311600000300200018;
Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17X0604511601000000110801;
Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12R0585611601050571000032.

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