Caritas warnt vor Schuldenfalle Weihnachten

Caritas warnt vor Schuldenfalle Weihnachten
Schätzung: Jedes vierte Geschenk auf Pump / Kritik an Sonntagsöffnung der Geschäfte

Die Caritas Schuldnerberatung warnt vor dem Konsumrausch in der Vorweihnachtszeit. „Wir schätzen, dass inzwischen jedes vierte Geschenk auf Pump gekauft wird, Tendenz steigend“, sagt Petra Priller, die Leiterin der Schuldnerberatung. Kritik wird in diesem Zusammenhang auch an der Sonntagsöffnung der Geschäfte geübt.

„Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage, hoher Arbeitslosigkeit, RentnerInnen mit niedrigen Pensionen und Anstieg der Zahl der Personen, die vom Lebensminimum des Landes leben, verwundert es kaum, dass nicht wenige Leute bei der Beschaffung von teuren Geschenken in die Schuldenfalle tappen“, sagt Petra Priller, die Leiterin der Caritas Schuldnerberatung. Eine Studie von Prestiti.it zeige auf, dass die Pensionen nicht mehr ausreichen. Über 360.000 italienische RenterInnen mussten einen Personenkredit bei Banken aufnehmen, um ans Monatsende zu kommen. Eine weitere Studie der gesamtstaatlichen Acli belege, dass immer mehr Familien finanzielle Unterstützung bei Verwandten anfragen, um eine schwierige Situation zu überstehen.

„Zu Weihnachten scheint die Vernunft beim Geschenkekaufen irgendwie auszusetzten. Man will Menschen glücklich machen, Kinderaugen wieder leuchten sehen“, sagt Priller. „Vor den Feiertagen wird der Konsumdruck immer größer. Da aber die meisten Leute immer weniger Geld haben, nehmen sie für Anschaffungen immer mehr Kredite auf, stottern per Ratenzahlung ab. Wir schätzen, dass inzwischen jedes vierte Geschenk auf Pump gekauft wird, Tendenz steigend“ meint Petra Priller, Leiterin der Caritas Schuldnerberatung.

„Gerade Menschen, die finanziell auf schwachen Füßen stehen und eher am Rand der Gesellschaft stehen, sind gefährdet. Sie holen sich ihr Selbstbewusstsein über den Konsum, definieren sich etwa über den neuesten Fernseher. Und wer in der heutigen Konsumgesellschaft bei Geschenken knausern muss, fällt aus dem Rahmen. Also kauft man lieber jetzt und zahlt später“, weiß Priller.

„Das Traurige dabei ist, dass man vergisst, dass wir zu Weihnachten Jesus feiern, der gekommen ist, um die Menschen von ihren Schulden zu befreien. Hiermit sind natürlich nicht die Geldschulden gemeint, sondern die Schulden, die jeder Mensch mit sich trägt“, sagen die Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Renato Bertuzzo. „Dass die Geschäfte dann auch noch jeden Sonntag in und vor der Adventszeit offen bleiben sollen, um dieses Konsumtreiben noch mehr anzukurbeln, anstatt die Sonntagsruhe zu genießen, ist schon verwunderlich.“ Die Caritas schließt sich damit der Kritik des Bischofs Ivo Muser an, der sich enttäuscht darüber zeigte, dass eine geschützte Sonntagsruhe nicht gewährleistet wird.
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