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Caritas: „Um das Recht auf Wasser für alle zu gewährleisten, muss noch viel getan werden“

Mädchen beim Wasserholen
Duschen, Geschirr spülen, waschen, Zähne putzen, kochen: Für all das steht in Südtirol sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Das, was in unserem Land selbstverständlich ist, ist für die meisten Menschen in ärmeren Ländern des Südens kaum vorstellbar. Die derzeitige Dürre in Kenia, Somalia und dem nördlichen Äthiopien zeigt, wie kostbar Wasser ist: 12 Millionen Menschen sind wegen ausbleibender Niederschläge vom Hungertod bedroht. 70 Prozent der Quellen in Nordkenia sind vertrocknet. Millionen Familien sind auf Hilfe angewiesen, bis der nächste Regen fällt. Zu Tausenden verlassen sie ihre Heimat auf der Suche nach Wasser.

„Eine Nomadenfamilie in Kenia führt seit Generationen ein einfaches Leben mit ihren Kamelen“, erklärt Judith Hafner von der Caritas-Auslandsarbeit, „Nur im äußersten Notfall verlassen diese Menschen ihre Heimat. Früher gab es sichere Pfade, die sorgsam gehütet wurden. Heute gibt es in vielen Gebieten keine verlässlichen Rastplätze mehr. Jedes Jahr trocknen Wasserstellen aus. Ohne Wasser droht Hunger und oft auch der Tod.“

Selbst in Partnerländern der Caritas, die vom Klimawandel nicht so hart getroffen sind, hängt das Überleben der Menschen vom Regen ab. Weil Niederschläge nicht mehr so regelmäßig fallen wie früher, lässt sich die Aussaat nicht mehr planen. Und dann ist bis zum Schluss ungewiss, ob geerntet werden kann. Wenn es nicht genug regnet, verdorren die Pflanzen, und wenn es zu viel regnet, besteht die Gefahr, dass flutartige Regengüsse die Ernte zerstören.

„Wasser ist ein Grundrecht. Doch um allen Menschen Zugang zu genügend Wasser zu gewährleisten, muss noch viel getan werden“, erklärt der Verantwortliche der Caritas Auslandsarbeit, Fabio Molon. Es brauche nicht nur eine ausreichende Wasserversorgung, sondern auch neue Methoden für die Bewirtschaftung der Felder. „Monokulturen, Versalzung und Erosion vermindern die Speicherkraft der Böden“, so Molon. Eine arbeitsintensive Handkompostierung und das Anlegen von Regenbecken würden diesen Risiken entgegen wirken. „Damit kann jeder Tropfen Regen gespeichert und effizient eingesetzt werden.

Die Südtiroler Caritas begleitet verschiedene Projekte zur Wasserversorgung (Aufbau von Brunnen, Wasserleitungen und Sammelbecken) und wird dabei von zahlreichen Spendern aus Südtirol und einem Beitrag der Autonomen Provinz und der Region Trentino-Südtirol unterstützt. „Mit dieser Hilfe können wir heuer wieder 10.000 Menschen in Äthiopien, Kamerun und Bolivien mit ausreichend Wasser versorgen“, bedanken sich die beiden Caritas-Direktoren Franz Kripp und Paolo Valente.


Bozen, 21.03.2016
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