Am 6. November sammelt die Caritas gebrauchte Kleider

Derzeit werden in allen Südtiroler Pfarreien die leeren Caritas-Säcke verteilt. / Freiwillige sammeln die gefüllten Säcke am 6. November ein und bringen sie zu den Verladestellen. / Die Caritas bittet wiederum um Kleider und Schuhe guter Qualität.
Stichtag für die südtirolweite Gebrauchtkleidersammlung ist heuer der 6. November. Mit Hilfe von über 3.000 Freiwilligen sammelt die Caritas in allen 280 Südtiroler Pfarreien gebrauchte, aber gut erhaltene Kleider und Haushaltswäsche wie Vorhänge, Bettwäsche, Handtücher, sowie Schuhe und Taschen ein. Die Kleider sind für den weltweiten Gebrauchtkleidermarkt bestimmt. Von Südtirol aus treten sie gleich nach der Sammlung ihre Reise in die verschiedenen Sortierwerke der Abnehmerfirma Tesmapri an, wo sie nach Qualität sortiert und weiterverkauft werden. Die über 1.100 Tonnen Kleider, die im vergangenen Jahr 2009 abgegeben wurden, waren großteils in einem guten Zustand. Dementsprechend hoch war der Erlös von knapp 160.000 Euro, den die Caritas für die Unterstützung von Menschen in Not in Südtirol einsetzte. Die Caritas-Verantwortlichen hoffen auch heuer auf eine gute Qualität der abgegeben Kleider. Nur dann können diese sinnvoll weiterverwendet werden. Der Erlös aus der Sammlung kommt heuer der Freiwilligenarbeit, der Hospizbewegung, der Arbeit mit obdachlosen Menschen und dem Solidaritätsfond zugute.
Die Vorbereitungen für die Gebrauchtkleidersammlung sind bereits voll angelaufen. In den 280 Südtiroler Pfarrgemeinden werden ab September insgesamt 400.000 gelbe Gebrauchtkleidersäcke verteilt. Sie sind in den Pfarreien und in den Caritas-Dienststellen in Bozen (Sparkassenstraße 1), in Bruneck (Paul von Sternbachstraße 6), Brixen (Pfarrplatz 4) und Meran (Rennweg 52) erhältlich. In manchen Ortschaften liegen die Säcke außerdem in Bäckereien und anderen Geschäften auf. Auch die Verantwortlichen in den Pfarreien, die die Caritas jedes Jahr unterstützen, stecken bereits mitten in der Organisation der Sammlung. „Am 6. November gilt es, über 1.000 Tonnen Kleider aus den einzelnen Südtiroler Haushalten an nur einem Tag einzusammeln und die gelben Säcke sauber und trocken zu verladen. Dazu bedarf es einer genauen Planung. Ohne die Hilfe der über 3.000 Freiwilligen wäre das nicht möglich“, bedankt sich Christian Klotzner, Koordinator der Gebrauchtkleidersammlung, für den tatkräftigen Einsatz.
In einigen Pfarreien werden die Gebrauchtkleidersäcke von der Straße weg gesammelt. In anderen werden bereits einige Tage vorher Sammelstellen eingerichtet, um die Kleider vor Nässe zu schützen. Die Caritas bittet die Bevölkerung, sich rechtzeitig in ihrer Pfarrei oder bei den Ortsverantwortlichen zu erkundigen, wann und wo die gefüllten Säcke abgegeben werden können. Sie sollen nicht schon Tage vorher herumliegen, aufgerissen oder nass werden.
Die Caritas bittet auch heuer, nur gut erhaltene Kleider, Schuhe (paarweise zusammengebunden), Taschen und Haushaltswäsche wie Decken, Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken und Vorhänge abzugeben. Schadhafte oder schmutzige Bekleidung und Textilien wie Stofffetzen oder Putzlappen, Textilabfälle und löchrige, abgetragene Schuhe sollten über den Restmüll entsorgt werden. Die Ware ist für den weltweiten Gebrauchtkleidermarkt bestimmt. Noch am Tag der Sammlung werden die Säcke in den Verladestellen auf große Sattelschlepper – Wagone werden heuer keine mehr zur Verfügung gestellt - umgeladen. Wenn die Laster voll sind, beginnt die Reise in die Sortierwerke der Abnehmerfirma Tesmapri. Der Großteil der Gebrauchtkleider wird in Livorno zu großen Ballen zusammengebunden und nach Tunesien verschifft. Die Firma Tesmapri, die ihren Sitz in Prato (Toskana) hat, führt dort mehrere Sortierwerke. Kleider aus aller Welt, vorwiegend aber aus europäischen Ländern, werden dort nach vier Qualitätsstufen sortiert und zum Weiterverkauf vorbereitet. Zerrissene, schmutzige und sehr abgetragene Textilien werden in eigenen Recyclingwerken geschreddert, bis eine watteähnlichen Mischung entsteht. Aus dieser werden zum Teil neue Fäden gesponnen, zum Teil wird die Watte auch als Dämmstoff beim Hausbau oder als Füllmaterial für Polster und Matratzen verwendet.
Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler hat im vergangenen Sommer die Sortier- und Recyclingwerke in Tunesien besucht und sich über die Einhaltung der sozialen und ökologischen Richtlinien vergewissert, die in einem Ethikvertrag mit der Abnehmerfirma festgeschrieben sind. „Mit der Weiterverwertung der Gebrauchtkleider wird nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein sozialer und ökologischer Prozess in Gang gesetzt. Zum einen werden wertvolle Arbeitsplätze geschaffen, zum anderen wird Müll verhindert. Außerdem ist der Verkauf der Gebrauchtkleider für die Caritas eine wichtige Unterstützung, um die Arbeit für Menschen in unterschiedlichen Notsituationen mitzufinanzieren“, berichtet Schweigkofler. Das Kleiderrecycling, das allein in Tunesien 15.000 Menschen einen Arbeitsplatz sichert, sei zukünftig aber nur weiter durchführbar, wenn der Großteil der abgegebenen Kleider in gutem Zustand ist. „Kleiderrecycling ist heute der einzige Recyclingprozess, der von staatlicher Seite keine finanziellen Zuschüsse bekommt“, erklärt Schweigkofler. Und das, obwohl allein aus Italien jedes Jahr durchschnittlich 80.000 Tonnen Gebrauchtkleider weiterverwertet werden, die sonst im Restmüll landen würden.
Im vergangenen November sind bei der Caritas-Gebrauchtkleidersammlung in Südtirol mehr als 1.100 Tonnen gefüllter gelber Säcke zusammengekommen. Wie bereits in den Vorjahren war die Qualität der abgegebenen Ware vorwiegend gut. „Wenn wir das derzeitige Niveau halten, können wir die Gebrauchtkleidersammlung weiterhin durchführen und die Kleider aus Südtirol können sinnvoll weiterverwendet werden“, bedankt sich Schweigkofler bei den KleiderspenderInnen. Die Einnahmen von fast 160.000 Euro nutzte die Caritas als Hilfe für Menschen in Not in Südtirol. Die heurigen Einnahmen werden für die Freiwilligenarbeit, für die Hospizbewegung, für die Arbeit mit Obdachlosen und für den Solidaritätsfond eingesetzt.
Für allgemeine Fragen zu Abläufen und Organisation der Gebrauchtkleidersammlung steht bei der deutsch-ladinischen Sektion der Caritas in der Sparkassenstraße 1 in Bozen Margreth Weber unter der Tel. 0471 304 330 oder per Mail: freiwilligenarbeit@caritas.bz.it zur Verfügung. Die Zuständige bei der italienischen Sektion ist Marta Perrone. Sie ist unter Tel. 0471 067 412 oder E-Mail: m.perrone@caritasodar.it erreichbar. Über den konkreten Ablauf der Sammlung in den einzelnen Pfarreien informieren die jeweiligen Verantwortlichen und die Pfarrer.
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