15 Jahre Einsatz für Menschen mit psychischen Problemen

15 Jahre Einsatz für Menschen mit psychischen Problemen
Im Rahmen eines kleinen Oktoberfestes feierte der Caritas-Tagesclub in Meran vor wenigen Tagen sein 15jähriges Bestehen. Im Tagesclub, der seit 1998 mit der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt konventioniert ist, treffen sich Menschen mit psychischen Problemen - rund 20 Frauen und Männer sind dort jeden Tag zu Gast. Die MitarbeiterInnen bieten kreative Beschäftigungsmöglichkeiten und einen strukturierten Tagesablauf in Gemeinschaft an. „Der Start vor 15 Jahren war nicht einfach. Damals gab es kaum zusätzliche Betreuungsangebote für Menschen mit psychischen Problemen. Umso mehr freuen wir uns heute, den 15. Geburtstag gemeinsam mit zahlreichen NetzwerkpartnerInnen feiern zu können“, betonte die Leiterin des Tagesclubs, Monika Verdorfer, bei der Feier.

Bei Weißwürsten, Spanferkel, Brezeln, Krapfen und alkoholfreien Getränken hat die Caritas gestern im Rahmen eines kleinen Oktoberfestes das 15jährige Bestehen des von ihr geführten Tagesclubs in der Meraner Schafferstraße 59 gefeiert. Zahlreiche NetzwerkpartnerInnen und GönnerInnen des Dienstes für Menschen mit psychischen Problemen waren der Einladung zum gemeinsamen Fest mit den MitarbeiterInnen und Betreuten des Caritas-Dienstes gefolgt. Unter ihnen der Direktor der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt Florian Prinoth, die Sozialreferentin der Bezirksgemeinschaft Dr. Rosmarie Pamer, der Primar der Psychiatrie Meran Dr. Lorenzo Toresini.

Nach Grußworten von Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler gab der Chor „Fröhliche Stunde“ ein Geburtstagsständchen zum besten. Danach übernahm Silvia Blasinger mit ihrer Ziehharmonika die musikalische Begleitung. Nach dem Essen testeten die Gäste beim Dosenwerfen und bei einem Schätzspiel ihr Geschick.

„Der Start im Oktober 1996 war nicht einfach“, erinnert sich Monika Verdorfer, die den Tagesclub seit seiner Eröffnung leitet, „Es gab wenige Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Problemen und diese waren ständig überfüllt“. Bis heute habe sich allerdings viel verändert. Im gleichen Jahr wie der Tagesclub wurde das Berufstrainingszentrum für psychisch Kranke in Meran eröffnet; danach folgten mehrere begleitete Wohngemeinschaften und ein eigenes Wohnheim. Am Krankenhaus Meran wurde eine psychiatrische Abteilung eröffnet und Zentren für psychisch Kranke eingerichtet. Mit all diesen Diensten arbeitet der Tagesclub heute eng zusammen. Finanziert wird der Caritas-Dienst zur Gänze von der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt „Gemeinsam könnten wir den Betroffenen die Betreuung und Hilfestellungen anbieten, die sie in ihrer schwierigen Situation brauchen“, bedankte sich Monika Verdorfer bei der gestrigen Jubiläumsfeier für die langjährige Zusammenarbeit.

Der Tagesclub steht an fünf Tagen in der Woche für Menschen mit unterschiedlichen psychischen Problemen offen. Sie werden so angenommen, wie sie sind – mit ihren Problemen, Ängsten, Bedürfnissen und Anliegen. Die BesucherInnen müssen sich nicht anmelden, können zu den Öffnungszeiten jederzeit kommen und gehen. Sie bereiten gemeinsam mit dem Team des Caritas-Tagesclubs das Frühstück und das Mittagessen vor, räumen gemeinsam auf, spielen miteinander und versuchen so, sich und dem Tag Struktur zu geben. „Wir wollen den Menschen im Tagesclub einen geschützten Ort anbieten, wo sie sein dürfen, sie sie sind und wo sie anderen begegnen, die sie verstehen und annehmen“, betonte Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler bei der Feier.

Dieses Konzept hat sich seit 15 Jahren bewährt. Während 1997 noch durchschnittlich jeden Tag 10 Frauen und Männer den Tagesclub besuchten, sind es heute 18 bis 20. „Mental gesunde Menschen können sich gar nicht vorstellen, wie schwierig Alltagsbewältigung ist, wenn Depressionen, Ängste und Stimmungsschwankungen das tägliche Leben beeinträchtigen und welch großer Anstrengungen es bedarf, überhaupt aus dem Haus zu gehen und mit anderen in Kontakt zu treten “, betont die Monika Verdorfer. Umso mehr ist das Tagesclub-Team auf einen unkomplizierten und zwanglosen Umgang mit den BesucherInnen bedacht. „Die Gäste entscheiden je nach ihrer Tagesverfassung selbst, ob sie sich an den gebotenen Aktivitäten beteiligen, oder einfach nur da sein wollen. Bei uns erleben sie in jedem Fall Gemeinschaft. Das hilft ihnen, auch Krisensituationen zu bewältigen“, erklärte die Leiterin des Tagesclubs.

Der Tagesclub in der Meraner Schafferstraße 59 ist am Montag von 11.00 – 16.30 Uhr, am Dienstag bis Donnerstag von 8.30 – 16.30 Uhr und am Freitag von 8.30 – 14.30 Uhr geöffnet. Die MitarbeiterInnen sind unter Tel. 0473 212 480 oder tcm@caritas.bz.it erreichbar.
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Bildtext: Unten von links: Monika Verdorfer (Leiterin Tagesclub), Stefano Favaretto (Caritas), Rosmarie Pamer (Sozialreferentin BZG Burggrafenamt), Florian Prinoth (Direktor der Sozialdienste BZG Burggrafenamt); oben von links: Lisa Müller und Sabine Frizzi (Caritas Tagesclub), Christine Duregger und Margaret Wieser (Freiwillige).
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