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Wegfahren, um dazuzugehören

by - 06.07.2011 - 1 Kommentare vorhanden Kategorie: Telefonseelsorge
 
Bozen, Laubengasse, oder fast überall sonst in unserem Landl... Küsschen links Küsschen rechts... Und dann die obligate Frage unter brütender Julihitze: „Und? Wohin geht denn heuer der Urlaub?“ Und dann schwirren Reiseziele Mücken gleich durch die sirrende Luft. Teilweise Ziele, die man erstmal googeln müsste, Allerweltsziele nämlich sind ja sooo langweilig.

Selten, aber nur sehr selten trifft man sie doch: Die Nobody’s, die keine schil-lernden Urlaubsdestinationen vorzuweisen haben – aus welchen Gründen auch immer. Und die dies auch noch zugeben – allen Medienumfragen zum Trotz, wer denn wo, wie und – man entschuldige vielmals die Indiskretion - mit wem Urlaub mache. Diese sog. „Nobody’s“, die manchmal aber ein ganz schön starkes Selbstwertgefühl brauchen, um zu ihrem „Daheim-Bleiben“ zu stehen, ohne sich als Menschen zweiter Klasse zu fühlen oder als „Verräter an der allgemeinen Urlaubs- und Wegrenn-Hybris“.

Und jene, die das mit dem Selbstwertgefühl nicht so ganz hinkriegen, die landen manchmal auch bei uns in der Telefonseelsorge. Menschen, die sich einen Urlaub finanziell nicht leisten können, die psychisch oder körperlich angeschlagen sind, die keine Familie oder Freunde haben. Oder deren Beziehung grade zerbrochen ist... Das sind Menschen, die es auch nicht tröstet, dass man hier im eigenen Land „so schön Urlaub machen kann“... Und die sich bei der Frage nach dem Wohin im Urlaub noch minderwertiger vorkommen als sowieso schon im Alltag. Man verzeihe mir vielmals, aber: Ich glaube, daran sollten wir auch denken, wenn wir manchmal allzu frischfröhlich unsere Urlaubsfragen und – stories zum Besten geben.

Silvia Moser, Leiterin der Telefonseelsorge
Wegfahren, um dazuzugehören
 
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Eleonora
Endlich wieder etwas Positives.
Sie haben ja so Recht. Ich bin auch eine von denen, die schon seit einigen Jahren nicht mehr in Urlaub fährt, weil einfach alles viel zu teuer ist und ich es mir nicht leisten kann.
Ich würde gerne fahren, aber es nützt nichts, da ich dann jeden Cent drei Mal umdrehen muss und ausserdem habe ich dieses Jahr nicht einmal so Sehnsucht nach Ferne. Wohne auf dem Berg, da geht es mir besser als bei dieser Hitze ans Meer zu fahren, nur damit man sagen kann, ja ich war da und dort
Wie Sie sagen, liebe Silvia, es ist nicht immer leicht.
Trotzdem denke ich mir sehr oft, wie viele Menschen nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben geschweige denn etwas zu essen. Jedes Mal, wenn ich die armen ausgehungerten Geschöpfe sehe, kommen mir fast die Tränen.
Habe auch aus diesem Grund die Webseite von Caritas aufgetan, weil ich eigentlich fragen wollte, wie es funktioniert mit dem Helfen.
Hätte Kleider, Schuhe oder Decken (nicht viel, aber es gibt sicher viele andere Menschen, die das tun) zu geben.
Finazielll schaut es nicht so gut aus, aber jeden Monat fünf Euro wäre nicht zu viel.
Kann ich diese Sachen selber hinbringen und bin ich sicher, dass alles ankommt, was ich gebe?
Bitte schreiben Sie mir zurück.

Herzliche Grüsse
Eeonora  
 
 






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