Wasser ist ein Allgemeingut
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- 10.06.2011
Kategorie: Aktuell
“Die Sozialdoktrin der Kirche spricht von der ‘Sozialen Hypothek, die jedes Eigentum betrifft’”, erklärt Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler. Jedes private Eigentum sei demzufolge bedingt und unterliegt dem höheren Prinzip der universellen Gemeinnützigkeit aller irdischen Güter. Demnach erlischt das Recht auf Eigentum, wenn es darum geht, Hunger zu stillen und Durst zu löschen. Thomas von Aquin hat das so ausgedrückt: „Das Recht auf Leben geht vor dem Recht auf Eigentum“.
Die Südtiroler Caritas hat sich deshalb an der Sensibilisierungskampagne zum italienweiten Referendum gegen die Privatisierung des Wassers beteiligt und plädiert im Sinne des Allgemeinwohls für einen nachhaltigen Umgang mit dem Leben spendenden Nass. In Hinblick auf die damit kollidierenden privaten Interessen ist die Position der Caritas unmissverständlich: „Der technische Fortschritt und die Globalisierung haben dazu geführt, dass jedes Gut dem Handel und dem Profit zu unterliegen scheint. Doch Wasser ist von Natur aus kein Wirtschaftsgut. Seine Verteilung darf nicht den Prinzipien der freien Marktwirtschaft unterworfen werden, sondern muss auf Verantwortungsbewusstsein und Solidarität basieren. Wasser muss auch für jene Menschen erreichbar bleiben, die geringere finanzielle Mittel haben“, sagt Schweigkofler.
Auch Bischof Karl Golser hat die christliche Gemeinschaft wiederholt dazu aufgerufen, wachsam zu sein, wenn Gefahr besteht, dass menschliche Prinzipien verletzt werden. „Nur so können wir zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, die auch jene unterstützt, die nach uns kommen“, so der Bischof.