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Sozialleistungen für MigrantInnen

by - 18.11.2010 Kategorie: InPut
 
Am Mittwoch den 10. November fand in der Alten Turnhalle von Bruneck die von der Caritas Migrant(inn)enberatungsstelle InPut organisierte Informationsveranstaltung über Sozialleistungen für MigrantInnen statt. Dabei wollte man in erster Linie das weit verbreitete Vorurteil „Ausländer nutzen unsere Sozialhilfeleistungen aus“ hinterfragen. Hierzu verwies Leonhard Voltmer, Leiter der Caritas Flüchtlingsberatung, auf die Vorgaben des Landessozialplans, durch den die gesellschaftliche Solidarität allen Bedürftigen zuteil werden soll. Land und Caritas geben die je nach Einzelfall notwendigen Mittel, um die Notsituation zu überwinden. Jedem Bedürftigen muss die Möglichkeit zur Selbsthilfe gegeben werden, auch wenn der Bedürftige keinen italienischen Pass hat.

Gebhard Mair, Direktor der Sozialdienste Pustertal, verwies auf die Tatsache, dass Südtirol dank jahrelanger Aufbauarbeit ein sehr gut ausgebautes Netzwerk an Sozialdiensten und Sozialleistungen hat. Dabei ist auch der Zugang zur finanziellen Sozialhilfe geregelt worden. Man unterscheidet hier zwei Gruppen: italienische Staatsbürger und EU-Bürger, die erst nach dreimonatigem Aufenthalt in Südtirol finanzielle Sozialhilfe bekommen, und die Gruppe der Nicht-EU-Bürger, die erst nach 5 Jahren ständigem Wohnsitz in Südtirol Unterstützung bekommen und bis dahin nur 2 Monate im Jahr. Die Frage, ob nun Migrant(inn)en mehr Sozialleistungen bekämen als italienische Staatsbürger, beantwortet Gebhard Mair klar mit nein. Sie nehmen aber anteilsmäßig mehr Sozialleistungen in Anspruch, weil Migrant(inn)en häufiger schlechter bezahlte Jobs, größere Familien und damit verbunden öfter in finanzielle Notsituationen geraten als Inländer. Zudem spürten sie die Auswirkungen der Wirtschaftskrise stärker und konnten dies weniger durch Rücklagen und ein soziales Netzwerk abfangen als andere Einwohner. Zahlenmäßig sieht die Situation so aus, dass von den 711.000 € Gesamtausgaben, welche sich auf die Ausgaben für "Soziales Mindesteinkommen" und "Miete und Wohnungsnebenkosten" im Pustertal im Jahr 2009 beziehen, 71% an italienische Staatsbürger gegangen sind, 18% an Nicht EU-Bürger und 11% an EU-Bürger

In Rahmen dieser Veranstaltung ist auch die neue Broschüre der Bezirksgemeinschaft Pustertal, dem KVW und der Caritas über Erarbeitung des Leitbildes zur besseren Integration von Migrantinnen und Migranten im Pustertal vorgestellt worden sowie die neue Internetseite www.leitbild-migration-pustertal.org .
Sozialleistungen für MigrantInnen
 
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