Südtirol begeht am 30. April diözesanweiten Pfarrcaritas-Tag
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- 30.04.2011
Kategorie: Aktuell
Mit der Organisation des heutigen sprachgruppenübergreifenden Pfarrcaritas-Tages wollte die Caritas Diözese Bozen-Brixen den Pfarrcaritas-MitarbeiterInnen Mut machen, sich den neuen kirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen.
Michele Tomasi, Professor für christliche Gesellschaftslehre an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen, ging auf die Bedeutung der Caritas in der Pfarrei aus Sicht der christlichen Soziallehre ein. Besonders berücksichtigte er in seinem Vortrag die beiden Lehrschreiben Papst Benedikts XVI „Deus Caritas est“ und „Caritas in veritate“. Alexander Notdurfter, Dozent für Pastoraltheologie an der Brixner Hochschule und Bereichsleiter bei der Caritas, setzte sich ausgehend von dem Hosea-Zitat „Nehmt Neuland unter den Pflug“ mit den Grundlagen für die Pfarrcaritas in unserer Diözese auseinander. Es gebe nicht ein Modell für Caritas in der Pfarrgemeinde und in der Seelsorgeeinheit, sondern viele, so Alexander Notdurfter. „Diese Vielfalt ist Voraussetzung, um den betroffenen Menschen gerecht zu werden: jenen, die Hilfe brauchen und jenen, die sich als MitarbeiterInnen in der Pfarrcaritas einbringen.“ Caritas müsse in diesem Sinn "beweglich sein und bleiben".
Nach dem Mittagessen warteten auf die Pfarrcaritas-MitarbeiterInnen Praxisimpulse für ihre Arbeit in den Pfarreien. Caritas-MitarbeiterInnen stellten die Verteilung von Lebensmittelpaketen an Bedürftige, das youngCaritas-Projekt „Laufwunder“, die Unterstützung von Einwanderern mit Hilfe von freiwilligen IntegrationspartnerInnen, die Ausweitung der heurigen „Hunger macht keine Ferien“-Kampagne, die Kinderpatenschaften und der monatliche Benefizflohmarkt der Pfarrcaritas Vahrn. Zum Abschluss feierte Bischof Karl Golser mit den Anwesenden eine Eucharistiefeier.
Südtirols Kirche stehe vor großen Herausforderungen, erklärte Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler. Nach und nach werden die Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten zusammengeschlossen. Seelsorger müssen mit Nachbarpfarreien geteilt werden. „Die Zukunftsfähigkeit der Pfarrgemeinde hängt verstärkt vom Engagement Freiwilliger ab“ so der Caritas-Direktor. Er verwies dabei auf eine österreichischen Tagung, bei der die Pfarrcaritas kürzlich als „Hebamme für die Pfarren im Jahr 2020“ bezeichnet wurde.
Für die Glaubwürdigkeit der Kirche hat karitatives Handeln eine fundamentale Rolle. „Nur, wo christlicher Glaube im Handeln zu Gunsten von Not leidenden Menschen und in Solidarität mit von Armut betroffenen Personen konkret wird, kann er überzeugen“, sagt Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler. Die karitative Praxis ist deswegen Voraussetzung zur erfolgreichen Verkündigung des Evangeliums.