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Risikofalle: Glückspiel

by - 13.01.2011 Kategorie: Psychosoziale Beratung
 
F.M. Dostojewski: (1821 – 1881)
der selbst der Spielsucht erlegen war, hat in seinem berühmten Roman „Der Spieler“ das Wesen des pathologischen Spielens so beschrieben:
„Vielleicht wurde meine Seele durch die vielen Empfindungen während des Glückspiels nicht in höherem Maße befriedigt, sondern nur gereizt und verlangte nach immer stärkeren Empfindungen – mehr und mehr, bis sie schließlich völlig erschöpft war“.

Glückspiele haben eine lange Tradition und der Markt dazu hat sich in den letzten Jahren in Italien erheblich vergrößert und wird auch sehr beworben. Denken wir an die Automatenspiele, Gratta e vinci, Lotto, Pferdewetten usw. Das Spielangebot wird ständig erweitert – so auch im Internet – aber die Risikoabschätzung wird vernachlässigt, d.h. das Risiko einer Spielsuchtentwicklung ist erheblich gestiegen.

Die meisten Menschen gehen verantwortungsbewusst mit den Spielautomaten um, dennoch ist der besondere Reiz des Glückspiels als ein grundsätzlicher Risikofaktor zu sehen. Menschen, die gerne mal sich am Glückspiel versuchen, ob aus Zeitvertreib oder um den „Nervenkitzel“ zu erleben, sind einer besonderen Faszination ausgesetzt, die immer wirkt. Manche Menschen geraten schleichend und unbemerkt in den Wirkungssog des Spielens und beschreiben dies so:

„Wenn ich einmal angefangen habe mit dem Spiel, dann höre ich erst wieder auf, wenn kein Geld mehr vorhanden ist und wenn ich gewinne, dann wird der Gewinn wieder gespielt.

Von Glückspielsucht wird dann gesprochen, wenn sich folgende Merkmale anbahnen:
  • der Spieler ist stark eingenommen und spielt mit immer weiteren und höheren Einsätzen, um die gewünschte Erregung zu wiederholen oder um Missstimmungen abzuschwächen.
  • Verlust der Kontrolle über Spiel und Spieleinsatz.
  • Vernachlässigung der persönlichen, sozialen, familiären
Tipps zum verantwortungsvollen Spielen

Nutzen Sie das Spiel nicht, um an Geld zu kommen.
Denken Sie daran, dass alle Anbieter von Glücksspielen (Lotterien, Casinos, usw.) Geld an den Spielerinnen und Spielern verdienen wollen. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich weniger Geld an die Spielenden auszahlen, als sie von ihnen erhalten. So fließen von jedem eingesetzten Euro durchschnittlich bis zu 50 Cent in die Taschen der Anbieter! Am Ende machen sie also satte Gewinne - während die Spielenden immer höhere Verluste anhäufen.
  • Benutzen Sie fürs Spielen nur Geld, das Ihnen gehört und das für keinen anderen Zweck bestimmt ist. Nehmen Sie also ausschließlich Geld, das Sie für Freizeitaktivitäten übrig haben und verwenden Sie auf keinen Fall Mittel, die für Ihren Lebensunterhalt oder den Ihrer Familie bestimmt sind.
  • Setzen Sie sich vor dem Spielen ein Limit, wie viel Geld Sie zu verlieren bereit sind - und halten Sie sich an diese Grenze!
  • Setzen Sie sich vor dem Spielen ein Limit, wie viel Zeit Sie fürs Spielen verwenden wollen - und halten Sie sich an diese Grenze!
  • Versuchen Sie nicht, bisherige Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen - dies führt in aller Regel nur zu mehr Verlusten.
  • Spielen Sie nicht, wenn Sie in schlechter Stimmung sind - denn es ist schwer, in solchen Situationen gute Entscheidungen zu treffen. Und versuchen Sie schon gar nicht, sich hiermit von Ihren Problemen abzulenken, denn so riskieren Sie, dass das Spielen selbst zum Problem wird.
  • Spielen Sie nicht, wenn Sie unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder Drogen stehen. Dies ist sehr riskant und kann zu hohen Verlusten führen. Spielen Sie also nur, wenn Sie einen klaren Kopf haben.
  • Achten Sie darauf, dass das Glücksspiel nur eine von mehreren Freizeitaktivitäten bleibt. Lassen Sie also nicht zu, dass es einen zu großen Platz in Ihrem Leben einnimmt.
Risikofalle: Glückspiel
 
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