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Pakistan: 3.000 Südtiroler spenden 620.000 Euro

by - 02.09.2010 Kategorie: Katastrophenhilfe
 
„Ein Lebensmittelhilfspaket, um eine durchschnittliche pakistanische Familie einen Monat lang zu versorgen, kostet 25 Euro“, erklären die Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Pio Fontana. Mindestens 4.000 Familien werden in den kommenden Monaten auch mit Südtiroler Hilfe mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Wasserreinigungstabletten, Hygieneartikeln, Decken sowie Planen, Zelten und Moskitonetzen versorgt. Seit Beginn der Überflutungen sind Durchfall- und Hauterkrankungen, aber auch Atemswegerkrankungen rasant angestiegen. „Um die kranken Menschen zu unterstützen und den Ausbruch von Seuchen zu verhindern, arbeitet die Caritas in Gilgit Baltistan und Sindh mit dem Hilfswerk der deutschen Ärztin Ruth Pfau zusammen“, so die Caritas-Direktoren weiter. Etwa 5000 Familien erhalten in den Gesundheitszentren medizinische Hilfe. Rund 100 Euro werden für die Erstversorgung von 25 Kranken gerechnet.

Da es ohne Brücken keine Hilfe gibt, versucht das internationale Caritas-Netzwerk in den Regionen Shangla und Kohistan in den nächsten Wochen ca. 100 Hängebrücken aus Holz und Seilen zu errichten. Diese sollen den nach wie vor von der Versorgung abgeschnittenen Familien Zugang zu Märkten und Verteilungspunkten ermöglichen. Die Menschen bauen selber mit, werden dafür bezahlt und können so einen Lebensunterhalt verdienen. „Für eine Hängebrücke wird mit 600 Euro gerechnet“, beziffern Heiner Schweigkofler und Pio Fontana die Kosten.

Fabio Molon, der Auslandsbauftragte der Südtiroler Caritas, ergänzt: „In den pakistanischen Gebirgsregionen des Nordens wird das Wasser in Rohren in die Dörfer geleitet und dort oft in Wasserbecken gesammelt. Viele dieser Rohre sind seit der Flutkatastrophe mit Schlamm und Unrat verstopft oder zerstört.“ Die Caritas stellt in diesen Wochen in 50 Dörfern die Wasserversorgung wieder her. Pro Dorf werden im Durchschnitt 6.000 Euro gebraucht. Ob Plastikplanen, Zelte oder Bretterverschlag für den Übergang: Ein Dach über dem Kopf schützt die Menschen in Pakistan vor Regen, Hitze und Kälte. „Im Rahmen des Caritas-Netzwerkes wollen in den nächsten Monaten mindestens 5.000 Familien eine Notunterkunft sichern“, so Molon weiter. Vier Plastikplanen kosten 65 Euro. Auch nachdem die erste Nothilfephase vorbei ist, brauchen hunderttausende Menschen in Pakistan eine neue Lebensgrundlage. Die Caritas-Verantwortlichen dazu: „Wir werden mit Saatgut, Ziegen, Kleinkrediten und anderen Existenz sichernden Maßnahmen helfen.“

Die UNO schätzt, dass nach wie vor acht Millionen Menschen aufgrund der Hochwasserkatastrophe völlig auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Insgesamt sind 20 Millionen Menschen sind von der Flut betroffen. Ein Viertel der Fläche Pakistans stand unter Wasser; 3,2 Millionen Hektar Land waren überflutet, Ernten wurden vernichtet, 900.000 Häuser und 5.500 Schulen dem Erdboden gleichgemacht, hunderte Brücken weggeschwemmt, 200.000 Rinder sind ertrunken.

Der Bedarf ist enorm. „Die Südtiroler Bevölkerung lässt sich auch bei dieser Katastrophe vom Leid der Menschen in Pakistan berühren“, bedanken sich die Caritas-Direktoren für das Vertrauen.

Wer die Überschwemmungsopfer in Pakistan weiterhin unterstützen möchte, ist eingeladen, seine Spende unter dem Kennwort “Pakistan Überschwemmung” auf eines der Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen einzuzahlen.

Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66A0324011610000006000065;
Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42F0349311600000300200018;
Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17X0604511601000000110801;
Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12R0585611601050571000032.

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