Netzwerktreffen bei Arché
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- 10.10.2011
Kategorie: Haus Arché
Am 1.9.2011 hat die Caritas Wohnungs- und Obdachlosenhilfen Meran der Diözese Bozen-Brixen die NetzwerkpartnerInnen aus den verschiedenen Diensten, Einrichtungen und der Politik zu einem Brunch im Garten der Marienherberge in Meran eingeladen, um das Angebot, die Erfahrungen des Dienstes kennenzulernen und sich auszutauschen.
„Caritas Wohnungs- und Obdachlosenhilfen Meran“ ist der neue gemeinsame Name für den Dienst aller drei aufeinander abgestimmte Strukturen: Nachtquartier – Haus Arché – Marienherberge / Trainingswohnungen für insgesamt über 50 Personen. Der Name orientiert sich an den Begriffen, welche in den letzten Jahren auf europäischer Ebene vereinbart wurden. Der moderne lebensweltorientierte Ansatz in der Sozialarbeit geht von einer Lebenslage aus und nicht mehr von bestimmten gesellschaftlichen (Rand)Gruppen.
Die Zahl der Menschen mit Wohnungsproblemen ist stark im Steigen begriffen. In den letzten 4 Jahren sind die Fallanfragen zu Wohnungsproblemen beim Sozialsprengel (Meran) um 75%, die Ausgaben der Finanziellen Sozialhilfe für Miete und Wohnnebenkosten um 65% gestiegen. Die Einrichtungen der Caritas Wohnungs- und Obdachlosenhilfen Meran haben im Jahr 2010 über 150 Menschen im Wohnungsnotfall betreut und eine Grundsicherung bieten können. Durch eine verstärkte Fokussierung auf die Stärkung der Fähigkeiten und Kompetenzen konnte bei einem Viertel eine Verbesserung der Wohnungssituation erreicht werden.
Im zweiten Teil des Treffens ging es Thesen und Fragen im Zusammenhang mit den Zielen auf europäischer-, Landes- und Gemeindeebene:
• Unterbringung so kurz als notwendig
• keine Entlassung auf die Straße und Vorrang für Prävention
• Wechsel von stationären zu ambulanten, unterkunftsorientierten Diensten
• Vermittlung in „normale“ Mietwohnverhältnisse bzw. Angebote eingebunden ins Wohnumfeld
• Wiedererlangung der Fähigkeit eigene Entscheidungen zu treffen und sein Leben zu gestalten
• Überwindung der Fürsorgelogik mit Bereitstellung von Nahrung, Kleidung und Geld
Hohe Zustimmung für eine erfolgreiche Integration erhielten folgende Punkte:
• Die Wichtigkeit der (Förderung) der Fähigkeit zur Wohnungserhaltung
• Die Gefahr der Hospitalisierung bei langem Aufenthalt mit hohem Versorgungsgrad
• Die Zugänglichkeit zu leistbaren Wohnraum
• Der Bedarf an aufsuchender ambulanter Betreuung, damit der Schritt in die (eigene) Wohnung langfristig gesichert ist und vom Umfeld akzeptiert wird
• Der Bedarf für die steigende Zahl an älterer wohnungs- bzw. obdachlosen Personen mit geringer Perspektive hinsichtlich ihrer Arbeitsmarktintegration
Nach einer Stärkung ging es im letzten Teil, um eine gemeinsame Erarbeitung zukünftiger Angebote:
• Was ist bei der Realisierung zu beachten?
• Wer ist mit einzubeziehen?
• wodurch kann ich/wir dieses Projekt unterstützen?
Beim Netzwerkbrunch waren neben VertreterInnen der Caritas-Dienste, auch VertreterInnen der Sozialsprengel aus Meran, Lana, Naturns und Mittelvinschgau auch die Verantwortlichen der Gemeinde Meran und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt anwesend – unter ihnen der Meraner Sozialassessor Alois Gurschler und die Direktorin des Sozialamtes Dr. Sabine Raffeiner sowie die Leiterin des Sozialsprengel des Burggrafenamt, Adelheid Windegger. Weiters waren auch die Leitung bzw. MitarbeiterInnen des Dienstes für Abhängigkeitserkrankungen Meran, der Geriatrie, des Frauenhauses, der geschützten Werkstatt Hands bzw. für Behinderte sowie der Sozialgenossenschaften Albatros, Trilli, Turandot anwesend.