Nach dem Erdbeben in L’Aquila: Schule und Gemeinschaftszentrum eingeweiht
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- 21.06.2010
Kategorie: Katastrophenhilfe
Sofort nach dem Erdbeben vom 6. April 2009 haben sich auch Südtiroler Caritas-Mitarbeiter auf den Weg in die Abruzzen gemacht, um vor Ort Soforthilfe zu leisten und in Zusammenarbeit mit der gesamtitalienischen Caritas den Wiederaufbau zu planen. Um die Spendengelder effizient einzusetzen und den vielen Anfragen Südtiroler Freiwilliger gerecht zu werden, wurde das Erdbebengebiet in Hilfszonen eingeteilt. Die Caritas Diözese Bozen-Brixen agierte im Verbund mit den Caritas-Organisationen Nordostitaliens. Zwei der drei errichteten Strukturen wurden am vergangenen Samstag eingeweiht. In der Fraktion von L’Aquila Roio Poggio wurde ein Schul- und Kindergartenkomplex für 150 Kinder seiner Bestimmung übergeben. Die Einrichtung von 1.455 m² hat fünf Grundschulklassen, zwei Kindergartenräume, einem Turnsaal, eine Mensa mit angeschlossener Küche, zwei Technikräume und einen Aufenthaltsraum. Das Grundgerüst ist aus Holz; Photovoltaikpaneele helfen, den Energiebedarf abzudecken. Insgesamt hat der Bau 2.428.700 € gekostet.
In der Fraktion Bagno hingegen hat die Caritas ein Gemeinschaftszentrum mit Mehrzweckräumen gebaut. Es erstreckt sich über eine Fläche von 304 m². Das Gemeinschaftszentrum soll, so Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler ein Dreh- und Angelpunkt für alle Altergruppen von Bagno werden; ein Ort, an dem die sozialen Beziehungen der Menschen gefestigt werden, die in der entbehrungsreichen Zeit in den Zeltdörfern auf eine harte Probe gestellt worden sind. In der Fraktion Pettino wird derzeit noch an einem zweistöckigen Sozialwohnbau gearbeitet. Im Parterre sind zwölf Zimmer mit Bad, ein Essraum und eine Bibliothek für StudentInnen, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen, geplant. Im Stock darüber werden sechs Wohneinheiten für ältere Ehepaare zu je 44 m² errichtet - jeweils aus Wohnküche, Schlafzimmer und Bad bestehend. Die SeniorInnen, die dort einziehen, lebten bereits vor dem Erdbeben in schwierigen Verhältnissen.
„Die Spendengelder aus Südtirol sind gut eingesetzt“, erklärt Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler. „Ich bin ich froh, dass wir die Hilfsgelder aus unserem Land in diese drei Vorzeigestrukturen investiert haben und somit sehr viele Menschen langfristig in den Genuss der Südtiroler Großzügigkeit kommen.“ Insgesamt setzte die Südtiroler Caritas 550.000 Euro für den Wiederaufbau ein. Weitere 30.000 Euro wurden sofort nach dem Erdbeben im Rahmen der Nothilfe für eine Feldküche verwendet. Drei mal täglich konnten dort 400 Menschen essen. Mit den übrigen Spenden werden Kleinkredite an kleinstrukturierte Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe vergeben. Daneben wird der Aufbau einer Pfarrcaritas-Gruppe begleitet. Diese kümmert sich um Nachbarschaftshilfe, um die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige, um Besuchsdienste und um Trauerarbeit. Es gehe darum, die Ressourcen der Einheimischen zu unterstützen und zu festigen.