Kulturelle Ausnüchterung von Konflikten
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- 19.06.2012
Kategorie: MigrantInnenberatung Moca
„Ich rate zur „kulturellen Ausnüchterung“ von Konflikten. Antagonismen werden oft vorschnell als kulturell kodiert. Meine Befürchtung ist, dass die Protagonisten des Dialogs sich im Politikmodus „Religion“ bewegen und damit eher zur Konfliktverschärfung oder zumindest -verhärtung beitragen. Weiter käme man, wenn man gelassen versuchte,
Konflikte zwischen Gruppen zu individualisieren und auf kompromissfähige Interessengegensätze, das heißt in der Regel auf Verteilungsprobleme zurückzuführen.
Dann bleiben nur ganz wenige Fragen übrig, die so grundsätzlicher Art sind, dass sie die normative Ordnung des Gemeinwesens, seine Verfassung, betreffen. Dann sind Fachdiskurse in den dafür vorgesehenen Öffentlichkeiten und Institutionen notwendig und politische Entscheidungen, die mit Mehrheiten getroffen werden und bis auf Weiteres gelten.
Konsens ist in einer Demokratie nicht erforderlich.“
Frank-Olaf Radtke ist ordentlicher Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Erziehung und Migration, Erziehung und Profession/Organisation.
Quelle:
http://www.goethe.de/lhr/prj/daz/mag/igd/de8856968.htm