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Interview mit Alexander Notdurfter

by - 05.04.2011 Kategorie: Freiwilligenarbeit und Pfarrcaritas
 
Alexander Notdurfter, Dozent für Pastoraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen und Bereichsleiter für Grundsatzfragen, Organisations- und Personalentwicklung der Caritas

Alexander, der heurige Pfarrcaritas-Tag steht unter dem Motto "Nehmt Neuland unter den Pflug!" Aus Deiner Sicht: Welches "Neuland" sollten die Pfarrcaritas-Gruppen" unter den Pflug" nehmen?
Ich meine, wo immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrcaritas helfen, nehmen sie Neuland unter den Pflug. Helfen heißt ja, sich auf andere Menschen einlassen, für sie da sein, ihnen zuhören, mit ihnen oder für sie die Ärmel hochkrempeln. Dabei kann es Überraschungen geben; da ist nicht alles planbar, man wird manches bewegen, muss aber auch zuwarten, bis die Dinge reifen. "Nehmt Neuland unter den Pflug" trifft also den Kern von Caritas. Darüber hinaus geht es in diesen Zeiten natürlich auch darum, die notwendigen Veränderungen in den Pfarrgemeinden - Stichwort Seelsorgeeinheiten - von der Pfarrcaritas her mit zu tragen - mehr noch - sie als Chance zu nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die engere Zusammenarbeit mit Nachbarpfarreien die eine oder andere neue Möglichkeit für das caritative Engagement eröffnet.
Das Motto stammt übrigens aus dem alttestamentlichen Buch Hosea, Kapitel 11. Weil Israel ungerecht zu den Armen war und damit seinen Gott verraten hatte, sagte der Prophet ein schreckliches Ende voraus. "Nehmt Neuland unter den Pflug!" heißt nichts anderes als: Es muss sich etwas ändern! Macht nicht so weiter wie bisher! Da sind auch wir gemeint. Hören können wir diese Aufforderung leichter, wenn wir bei Hosea weiterlesen: Weil Gott uns Menschen gern hat, lässt er nicht locker! Er weiß - und sorgt dafür - das wir können, wenn wir wollen: uns einsetzen für den anderen.

Welche Rolle spielt für Dich die Caritas bei der Weitergabe des Glaubens und der Zukunft unserer Kirche?
Caritas ist für mich eine kleine Schule des Glaubens. Mir kommt vor: Wenn ich mich einsetze für andere, verstehe ich Jesu Botschaft besser, vielleicht auch mein Leben. Verstehen nicht nur im Sinn von Wissen, sondern praktisch: ich komme eher zurecht. Und im Sinn von Herzensbildung.

Was sind die Hauptaufgaben der Pfarrcaritas?
Das muss jede Pfarrgemeinde und Pfarrcaritas für sich entscheiden. Da spielt die Situation vor Ort eine Rolle, aber auch die Leute, die mitarbeiten. Wichtig ist, Dinge zu tun, die den Freiwilligen auch Freude machen. Für uns als Diözesancaritas ist entscheidend, dass wir Ansprechpartner vor Ort haben, die Informationen weitergeben, von uns dorthin, aber auch von der Pfarrei her an uns, etwa wenn es um Menschen geht, die Hilfe brauchen.

Erfolgreiche Projekte der youngCaritas zeigen: Jugendliche sind bereit, sich für andere zu engagieren. Hast Du Ideen, wie die Pfarrcaritas-Gruppen sich für junge Leute öffnen können?
Ich schlage vor, mit den jungen Leuten selbst zu reden, auch mit jenen, die nicht in der Pfarrei anzutreffen sind; Ziel führend ist vielleicht, wenn Jugendliche aus anderen Pfarreien, die schon in dieser Richtung aktiv sind, mit einbezogen werden. Die Experten sagen mir: es geht ums Anpacken und Spaß haben.
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