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- 23.08.2010
Kategorie: Entwicklungszusammenarbeit
In diesen Tagen stehen Pakistan und die dortige Überschwemmungskatastrophe im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch die Caritas Diözese Bozen-Brixen versucht die Menschen dort im Rahmen der Soforthilfe zu unterstützen. Parallel dazu macht sie im Rahmen der Kampagne „Hunger macht keine Ferien“ auf den Hunger in Welt aufmerksam, eine schleichende, immer präsente Katastrophe, die jeden Tag tausende Menschenleben fordert. Die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) beziffert den weltweiten Hunger mit einer Milliarde und 20 Millionen Menschen. Jeden Tag verhungern weltweit 24.000 Menschen – mehr als die Stadt Brixen Einwohner hat. Zwei Drittel davon sind Kinder unter fünf Jahren. Laut FAO trifft der Hunger fast ausschließlich die Bevölkerung in den Ländern des Südens: 15 Millionen unterernährte Menschen in Osteuropa und in den Industriestaaten stehen mehr als einer Milliarde Hungernden in Asien, Südamerika und Afrika gegenüber. Südlich der Sahara leidet ein Drittel der Gesamtbevölkerung Hunger. Fast zwei Milliarden Menschen müssen mit 70 Cent am Tag auskommen, weitere drei Milliarden mit knapp mehr als einem Euro.
Die Gründe für die dramatisch angestiegene Armut und Unterernährung sind vielfältig und komplex: Der Klimawandel verschlechtert die Rahmenbedingungen für viele Teile der Landwirtschaft; die Nachfrage nach Bio-Treibstoffen hält weiter an; besonders hart setzt den Ländern des Südens aber immer noch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise zu, die die Börsen weltweit erschüttert. Auch Grundnahrungsmittel unterliegen den finanziellen Spekulationen. Wenn der Preis für Reis oder Getreide auch nur leicht ansteigt, hat das für viele Menschen, die bereits in äußerster Armut leben, fatale Folgen. Laut Angaben der UNO sind die Preise für Getreide - das entscheidende Nahrungsmittel der Armen - immer noch doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren. „Wenn die Wirtschaft stagniert, droht den Menschen verstärkt Arbeitslosigkeit und Einkommensverminderung. Bei gleich bleibenden oder steigenden Lebenshaltungskosten werden ausreichende Mahlzeiten für viele Familien unerreichbar“, betont Fabio Molon, Verantwortlicher für die Caritas Auslandsarbeit. Erfahrungsgemäß fallen in Zeiten der Krise Fördergelder der reichen Industrienationen internen Sparmaßnahmen zum Opfer. Auch das trägt zur Ausbreitung von Hunger bei.
Der Kinospot der Kampagne
Um der weltweiten Armut entgegenzuwirken, unterstützt die Caritas Diözese Bozen-Brixen zahlreiche Hilfsprojekte in Afrika. Mit Hilfe der Südtiroler Bevölkerung hat sie in den vergangenen 18 Monaten 1.279.850 Euro für 33 Projekte in 12 afrikanischen Ländern eingesetzt: für Ernährungsprogramme, Wasserprojekte, Landwirtschaftliche Projekte, Kleinkredite, Projekte zur Schul- und Berufsbildung, Gesundheitsförderung und Flüchtlingsbetreuung.
Die Spenden- und Sensibilisierungskampagne „Hunger macht keine Ferien“ findet heuer vom 23. August bis zum 6. September zum dritten Mal in Südtirol statt. Infostände auf öffentlichen Plätzen machen die Aktion greifbar: Am 23. August vor der Bozner Talferbrücke neben dem Café Theiner am Beginn der Talferpromenade, am 24. August vor dem Kondominium „Alte Post“ in Naturns, am 25. August am Tinneplatz in Klausen und am 26. August am Rathausplatz in Leifers. Dabei laden besondere Liegestühle nicht zum Ausruhen, sondern zum Nachdenken ein. Außerdem ist dort die aktuelle Broschüre „Hunger macht keine Ferien“ erhältlich (auch unter www.caritas.bz.it abrufbar), in der die Caritas unter anderem ihre Projekte gegen den Hunger in Afrika vorstellt. Die Broschüre ist in beiden Landessprachen erschienen.
Ein Bericht von Südtirol Heute (ORF) über "Hunger macht keine Ferien"
Die Caritas hofft auch heuer wieder auf Solidarität und Unterstützung seitens der Südtiroler Bevölkerung. „Auch wenn die Zahlen der hungernden Menschen deprimieren, der Kampf gegen den Hunger ist nicht vergebens. Dank der Südtiroler haben in den vergangenen Monaten tausende Menschen in Afrika mittels Caritas-Projekten Hilfe bekommen und sehen einer besseren Zukunft entgegen“, betonen Schweigkofler und Fontana. Der Weg aus Not und Armut beginne mit kleinen, aber nachhaltigen Schritten. „Bildungsprogramme, Kleinkredite, einfache Brunnen und Bewässerungsanlagen reichen oft schon aus, um ganzen Dörfern eine Ernährungsgrundlage zu sichern. Mit Ihrer Hilfe können wir den Hunger gezielt bekämpfen“, appellieren sie an die Bevölkerung.
Unter dem Kennwort “Hunger in Afrika” kann die Südtiroler Bevölkerung die Caritas bei deren Hilfe für hungernde Menschen in Afrika unterstützen.
Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen: Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66 A0324011610000006000065;
Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42 F0349311600000300200018;
Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17 X0604511601000000110801;
Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12 R0585611601050571000032.