Mit Plakaten an den Bushaltestellen und Infopoints in Bozen, Meran, Brixen und Eppan macht sie vom 22. bis zum 28. August
den weltweiten Hunger in ganz Südtirol zum Thema. Afrika bleibt dabei Schwerpunkt. „Natürlich steht jetzt die Soforthilfe im Vordergrund. Wir sind aber bestrebt, mit kleinen, aber nachhaltigen Projekten für die hungernden Menschen in Afrika eine neue Lebensgrundlage zu schaffen“, betonen die beiden Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Renato Bertuzzo. Die aktuellen Hungerprojekte der Caritas sind in der Broschüre „Hunger macht keine Ferien“ beschrieben, die an den Infopoints und bei der Caritas in beiden Landessprachen erhältlich ist.
Die Infostände sind jeweils ab 10 Uhr an folgenden Orten anzutreffen: Am Montag, 22. August, am Kornplatz in Bozen unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Bozen, am Dienstag, 23. August, am Kornplatz in Meran, am Mittwoch, 24. August, in Brixen unter den Lauben und am Donnerstag, 25. August, in Eppan am Rathausplatz. Darüber hinaus werden die Kinobesucher am Freitag und Samstag, 26. und 27. August, im CineplexX in Bozen auf die Hunger-Tragödie aufmerksam gemacht. Die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) beziffert den weltweiten Hunger mit 925 Millionen Menschen.
Jeden Tag verhungern weltweit 24.000 Menschen – mehr als die Stadt Brixen Einwohner hat. Zwei Drittel davon sind Kinder unter fünf Jahren.
Laut FAO trifft der Hunger fast ausschließlich die Bevölkerung in den Ländern des Südens: 15 Millionen unterernährte Menschen in Osteuropa und in den Industriestaaten stehen mehr als einer Milliarde Hungernden in Asien, Südamerika und Afrika gegenüber. Südlich der Sahara leidet ein Drittel der Gesamtbevölkerung Hunger. Fast zwei Milliarden Menschen müssen mit 70 Cent am Tag auskommen, weitere drei Milliarden mit knapp mehr als einem Euro.
Die Gründe für die dramatisch angestiegene Armut und Unterernährung
sind vielfältig und komplex: Der Klimawandel verschlechtert die Rahmenbedingungen für viele Teile der Landwirtschaft; die Nachfrage nach Bio-Treibstoffen hält weiter an; besonders hart setzt den Ländern des Südens aber die Wirtschafts- und Finanzkrise zu, welche die Börsen weltweit erschüttert. Auch Grundnahrungsmittel unterliegen den finanziellen Spekulationen. Wenn der Preis für Reis oder Getreide auch nur leicht ansteigt, hat das für viele Menschen, die bereits in äußerster Armut leben, fatale Folgen. „Wenn die Wirtschaft stagniert, droht den Menschen verstärkt Arbeitslosigkeit und Einkommensverminderung. Bei gleich bleibenden oder steigenden Lebenshaltungskosten werden ausreichende Mahlzeiten für viele Familien unerreichbar“, betont Fabio Molon, Verantwortlicher für die Caritas Auslandsarbeit.
Erfahrungsgemäß fallen in Zeiten der Krise Fördergelder der reichen Industrienationen internen Sparmaßnahmen zum Opfer. Auch das trägt zur Ausbreitung von Hunger bei.
Um der weltweiten Armut entgegenzuwirken, unterstützt die Caritas Diözese Bozen-Brixen
zahlreiche Hilfsprojekte in Afrika. Mit Hilfe der Südtiroler Bevölkerung hat sie
in den vergangenen Monaten 1.132.315 Euro für 26 Projekte in elf afrikanischen Ländern eingesetzt: für Ernährungsprogramme, Wasserprojekte, Landwirtschaftliche Projekte, Kleinkredite, Projekte zur Schul- und Berufsbildung, Gesundheitsförderung und Flüchtlingsbetreuung.
Die Spenden- und Sensibilisierungskampagne „
Hunger macht keine Ferien“ findet heuer
zum vierten Mal in Südtirol statt. Symbolisch werden dazu heuer an die Passanten Brotsäckchen verteilt. Brot ist weltweit das wichtigste Nahrungsmittel, fehlt dieses, so herrscht Hunger. Darüber hinaus hat Brot aber auch eine große symbolische Bedeutung: Brot teilen, heißt, sich solidarisch mit den Menschen zu zeigen, ihnen zu helfen und Hoffnung zu schenken. „Es soll aber auch
ein Zeichen dafür sein, dass die Caritas in Afrika Projekte vorantreibt, die es den Menschen ermöglichen, selbst Getreide anzubauen und so für das tägliche Brot zu sorgen“, sagt Judith Hafner von der Caritas-Auslandsarbeit. Die Brotsäckchen werden heuer auch in jenen Pfarreien ausgeteilt, in denen sich die Pfarrcaritas-Gruppen an der Aktion beteiligen.
Die Caritas hofft auch heuer wieder auf Solidarität und Unterstützung seitens der Südtiroler Bevölkerung. Spenden mit Zweckbestimmung (mit Angabe von Projektland oder Aktion) werden ausschließlich für das gewünschte Projekt oder Land eingesetzt; Gelder mit allgemeiner Zweckbestimmung (z.B. Hunger in der Welt, humanitäre Hilfe etc.) werden mit der gewünschten Zielrichtung dort eingesetzt, wo die Caritas die größten Notwendigkeiten sieht:
in Kleinkrediten, Projekten zur Nahrungssicherung, dem Bau von Brunnen und Wasseraufbereitungsanlagen. Die Caritas setzt
100 Prozent der Spenden in den Projekten ein. Für die Finanzierung der Verwaltungstätigkeit und Bewerbung der Projekte kommen Sponsoren auf.
Die Rechenschaftsberichte der einzelnen Projekte können im Büro für Auslandsarbeit der Caritas in der Sparkassenstraße 1 in Bozen eingesehen werden und stehen den SpenderInnen auszugsweise auch im SpenderInneninformationsblatt und auf der Webseite der Caritas (
www.caritas.bz.it) zur Verfügung. Die Kampagne „Hunger macht keine Ferien“ wird von der italienischen Bischofskonferenz und privaten Sponsoren finanziert.
Unter dem Kennwort “Hunger in Afrika” kann die Südtiroler Bevölkerung die hungernden Menschen in Afrika über die Caritas unterstützen.
Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen:
- Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66 A0324011610000006000065;
- Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42 F0349311600000300200018;
- Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17 X0604511601000000110801;
- Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12 R0585611601050571000032.