Geschichte von Veli - Topana, Mazedonien
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Kategorie: Kinderpatenschaften
Das Häuschen von Veli’s Familie ist aus den unterschiedlichsten Materialien zuammengezimmert: die Wände zum Teil aus verschiedenförmigen Ziegeln und zum Teil aus Holz, kleine Fenster aus zusammengeklebten Glasscherben, auf dem Boden ein paar Fliesenstücke, dazwischen Erde und Beton; zwei Zimmer, ein kleines Bad. Veli lebt mit seinen Eltern und drei Geschwistern in Topana, einem Armutsviertel der Stadt Skopje in Mazedonien. Veli gehört wie alle anderen Einwohner von Topana der Volksgruppe der Roma an.
Veli spricht als einziger in seiner Familie die Mazedonische Amtssprache. Die Roma haben ihre eigene Sprache, die sie innerhalb der Familie verwenden. Die meisten Kinder haben deshalb Schwierigkeiten in der Schule. Nur wenige von Velis Verwandten haben einen Schulabschluss. Deshalb finden sie keine Arbeit, sondern versuchen, mit Gelegenheitsjobs über die Runden zu kommen. Velis Vater hat vor einem Jahr eine Arbeit als Müllmann bekommen. Er verdient jetzt jeden Monato 5.000 Denari (82 Euro) im Monat. Er ist einer der wenigen in Topana, der ein regelmäßiges Einkommen hat.
Veli selbst will später auch eine gute Arbeit finden. Dazu geht er in die Schule und lernt fleißig. Er hat keine Probleme mit dem Lernstoff mitzuhalten. Vorher hat er in der Vorschule zwei Jahre lang Mazedonisch gelernt. Die LehrerInnen haben ihn auf den Schulalltag vorbereitet. „Ich hatte Angst, in die Schule zu gehen. Doch das hat sich bald gelegt“, sagt er stolz und zeigt uns den letzten Mathematik-Test, den er gut bestanden hat. Seine Hausaufgaben macht Veli im Zentrum. Zwei LehrererInnen helfen ihm weiter, wenn er Schwierigkeiten mit den Aufgaben hat.
Morgen ist sein Geburtstag. Sein Vater hat ihm neue Schuhe versprochen. „Seit ich zur Schule gehe, hat er aufgehört, jeden Tag Alkohol zu trinken“, erzählt Veli. Die ganze Familie sei fröhlicher geworden. „Meine Eltern haben immer geglaubt, dass wir Roma dümmer sind als andere. Aber jetzt wissen sie, dass das nicht stimmt“.