Alt, ungenutzt, Sondermüll in der Schublade: Diese Beschreibung trifft schätzungsweise auf mehrere zehntausend Handys in Südtirol zu. Ein Handy ist durchschnittlich vier Jahre gebrauchsfähig. Dennoch kaufen viele Handynutzer bereits nach ein bis zwei Jahren ein neueres Modell. Die alten Geräte landen ungenutzt in den Schubladen. Wer nach einer sinnvollen Nutzungsmöglichkeit für sein altes Handy sucht, kann es jetzt spenden. Die Caritas sammelt noch bis zum 31. März in ganz Südtirol gebrauchte Handys ein.

In den meisten Despar-, Eurospar- und Interspar-Filialen in Südtirol stehen eigene Sammelbehälter bereit. Dort können die Mobiltelefone eingeworfen werden. Auch Zubehör wie Ladegeräte oder Kopfhörer sind willkommen. Die Caritas stellt zudem Recycling-Kuverts zur Verfügung, in die das Handy vor der Abgabe verpackt und dann in den vorgesehenen Karton eingeworfen werden kann. Handy-SpenderInnen sollten darauf achten, die SIM-Karte und persönliche Daten aus dem Telefongerät zu entfernen oder zu löschen.

Für jedes Handy erhält die Caritas eine Spende von drei Euro, die sie für Menschen in Not in Südtirol einsetzt: für Menschen ohne Dach über dem Kopf; für HIV-positive und aidskranke Menschen; für Frauen und Männer mit psychischen Problemen, für Einzelpersonen und Familien, die ver- und überschuldet sind; für Schwerkranke und Sterbende; für EinwandererInnen, die Orientierung und Integrationsmöglichkeiten suchen. Sie alle brauchen Begleitung, Hilfe und vielfach finanziellen Beistand.

Handys werden wegen ihrer schadstoffhaltigen Bauteile (Akku, Batterien, Display) als gefährlicher Abfall eingestuft. Diese Bestandteile müssen - sofern sie nicht wieder verwendbar sind - von den restlichen Bauteilen getrennt und fachgerecht entsorgt werden. Die gespendeten Handys aus Südtirol gehen in das Althandyverwertungszentrum der Caritas Wien. Dort werden die Geräte nach Marken und Modellen sortiert, geprüft und weiterverarbeitet. Fehlerhafte Bestandteile werden ersetzt und die Handys wenn möglich repariert. Das spart Rohstoffe und vermeidet Abfall. Nicht mehr verwendbare Geräte werden in ihre Bestandteile zerlegt; verwertbare Komponenten dienen zur Reparatur anderer Geräte. Die anderen Bestandteile werden einem umweltgerechten Recycling zugeführt, wobei in erster Linie wertvolle Metalle wie Gold, Platin und Kupfer gewonnen werden. Die schadstoffhaltigen Akkus werden einem separaten Recycling zugeführt, bei dem Rohstoffe zurück gewonnen werden. Aus einigen Bestandteilen entstehen im Rahmen eines Produktrecyclings weitere Produkte wie Ketten und Ohrringe. Wertstoffe werden also weiter verwendet und Schadstoffe systematisch zurückgehalten.

Das Althandyverwertungszentrum in Wien beschäftigt Menschen, die sich nur schwer in den Arbeitsmarkt eingliedern können. 12 Frauen und Männer haben mit der Wiederverwertung der gebrauchten Handys nach langer Arbeitslosigkeit einen Arbeitsplatz gefunden. Sie sortieren die Handys nach Marken und Modellen und unterziehen sie einem Funktionstest. Eventuell vergessene SIM-Karten werden entnommen, unbrauchbar gemacht und gemeinsam mit den aussortierten Mobiltelefonen einem professionellen Recyclingprozess zugeführt. Das Althandyverwertungszentrum der Caritas Wien finanziert sich durch den Verkauf der funktionstüchtigen und reparierten Handys. Nach Abzug der Kosten für Personal, Transport und Reparatur bleiben durchschnittlich drei Euro pro Handy übrig.

In sogenannten Entwicklungsländer in Afrika, Asien oder Lateinamerika ersetzt der Mobilfunk das oft gänzlich fehlende Festnetz. In afrikanischen Ländern kann fast überall per Handy bargeldlos bezahlt werden. Das ist für Menschen in Ländern mit wenig öffentlicher Sicherheit überlebenswichtig. In Bürgerkriegsregionen dienen Handys auch dazu, vor Überfällen zu warnen. Bei medizinischen Notfällen hilft die telefonische Erreichbarkeit, Leben zu retten. Die in Südtirol gesammelten Mobiltelefone gehen großteils in diese Länder. Mit dem Althandyverwertungszentrum in Wien hat die Südtiroler Caritas einen Ethikvertrag abgeschlossen, der die Einhaltung von sozialen und ökologischen Richtlinien bei der Verwertung und beim Weiterverkauf der Handys garantiert.

Bei der Durchführung der Handysammlung bekommt die Caritas heuer wieder Unterstützung von verschiedenen Südtiroler Betrieben: Die Fa. Aspiag stellt in ihren Geschäften Platz für die Sammelboxen zur Verfügung. Die Landesagentur für Umwelt berät die Caritas bezüglich der gesetzlichen Rahmenbedingungen und unterstützt sie finanziell. Die Athesia-Medien, die Tageszeitung Alto Adige und das Team des „Südtirol Journal“ machen auf die Sammlung aufmerksam.
Weitere Informationen zur Handy-Sammlung erteilt die Caritas unter Tel. 0471 304 300, via E-Mail:
handysammlung@caritas.bz.it oder im Internet unter
www.caritas.bz.it.