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Frauenfrühstück in Südtirols Krankenhäusern: Obdachlose Frauen im Blick

by Admin Caritas - 08.03.2010 Kategorie: Haus Margaret
 
Frauenfrühstück in Südtirols Krankenhäusern: Obdachlose Frauen im Blick
Das Leben auf der Straße ist rücksichtslos und gefährlich – besonders für Frauen. Missbrauch, Gewalt, Not und Einsamkeit treffen sie hart. Die Gründe, warum Frauen ins gesellschaftliche Abseits rutschen, sind vielfältig: weil sie nach einer Scheidung die Miete nicht mehr bezahlen können; weil sie vor ihren Vätern oder Männern fliehen müssen; weil sie aufgrund schwieriger Lebenserfahrungen psychisch krank, alkohol- oder drogenabhängig wurden; weil sie in ihrem Leben kaum Wertschätzung oder Respekt erfahren haben und Unsicherheit und Depression sich breit gemacht haben. Einen sichere Umgebung und Geborgenheit finden obdachlose Frauen im Haus Margaret in Bozen. Das von der Caritas in Konvention mit dem Sozialbetrieb Bozen geführte Haus ist täglich rund um die Uhr geöffnet. Fast jeden Tag klopfen Frauen an die Tür und bitten um Aufnahme. Weil die 18 Schlafplätze im Haus fast immer voll belegt sind, führen die MitarbeiterInnen eine Warteliste. Im vergangenen Jahr 2009 konnten 85 Frauen aufgenommen werden. Sie alle waren und sind gezeichnet vom Leben auf der Straße, von Krankheit, Depression, Armut und Verzweiflung. „Diese Frauen brauchen zuallererst Schutz und Wärme; einen Ort, der sie aufatmen lässt“, betont Giulia Frasca, die Leiterin von Haus Margaret. Die Frauen können im Haus frühstücken, zu Mittag und zu Abend essen, duschen und ihre persönliche Wäsche waschen. Handreichungen bei anfallenden Hausarbeiten und die Teilnahme an kreativen Angeboten helfen den Frauen, ihren Alltag zu bewältigen und zu strukturieren. „Wir möchten den Frauen ihre Würde, Selbstachtung und Hoffnung zurückgeben. Offen und ohne Scheu können sie über ihre Erfahrungen, Verletzungen und Gefühle sprechen. Und sie dürfen so sein, wie sie sind. Wenn sie ihre Situation ändern wollen, unterstützen wir sie“, erklärt Frasca.

Die Nöte und Bedürfnisse von obdachlosen Frauen wurden am 8. März beim traditionellen Frauenfrühstück in allen Krankenhäusern Südtirols thematisiert, das das Komitee für Chancengleichheit organisierte. „Im laufenden europäischen Jahr gegen die Armut möchten wir das Frauenfrühstück nutzen, um auf die Not speziell von Frauen bei uns in Südtirol hinweisen“, erklärte Dr.in Ruth Happacher, Präsidentin des Komitees für Chancengleichheit. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Caritas Informationsmaterial aufgelegt, in dem die Situation obdachloser Frauen und die Arbeit im Obdachlosenhaus beschrieben ist. Außerdem wurden verschiedene, von den Frauen im Haus angefertigte Dekorationsgegenstände ausgestellt, die gegen eine freiwillige Spende erworben werden konnten. Der Erlös kommt den Frauen im Haus Margaret zugute.
 
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