
Die Caritas Diözese Bozen-Brixen organisierte bereits seit einigen Jahren in Grado und anschließend in Cesenatico Kindererholungen,
als sie 1966 von Giorgio Romiati ein Grundstück in Caorle erhielt, mit der Auflage, ein Heim für erholungsbedürftige Kinder aus der Provinz Bozen zu errichten. Unter dem damaligen Caritasdirektor Msgr. Dr. Pius Holzknecht (Direktor von 1950 - 1972) konnten im Sommer 1969 die ersten Südtiroler Kinder einen (damals noch) 30tägigen Kuraufenthalt am Meer verbringen.
Einzig erholungsbedürftigen und körperlich geschädigten Kindern sollte die Möglichkeit geboten werden, sich am Meer in jodhaltiger Luft zu erholen und durch gezielte Therapien körperliche Schäden zu beheben. Erst einige Jahre später wurden
Kinder auch unter sozialem Aspekt angenommen. Gemeint waren damit Kinder aus armen Familienverhältnissen und nicht zuletzt auch sozial gefährdete und oft allein¬gelassene Kinder aus Gastwirtfamilien.
In der Zeit von Caritas-Direktor P. Alois Müller (Direktor von 1972 - 1989) ging die Caritas daran, die Ferienmaßnahmen neu zu planen. Die
Dauer der Aufenthalte wurde von 30 Tagen auf drei Wochen und später auf 15 Tage verkürzt, wobei die Turnuszahl verdoppelt wurde. Gleichzeitig wurden die „Kuraufenthalte“ zu Erlebnisferien: Die Gruppen wurden verkleinert (12-20 Kinder), die Anzahl der BetreuerInnen vergrößert. Dem Heimleiter wurde ein „Freizeitanimator“ zur Seite gestellt, um Spiele, Ausflüge, Veranstaltungen und Feiern zu planen. Es gab nun Hitparaden, Tanzfeste, Olympiaden usw.
Unter Caritas-Direktor Herbert Taschler (Direktor von 1989 - 1991) erlebte
die pädagogische Ausrichtung und Führung der Kinderaufenthalte einen Wandel. Ein partnerschaftlich-liberaler Führungsstil und ein noch kreativeres Programm, das viel Selbstbeteiligung und Mitgestaltung der Kinder zulässt, hielten Einzug.
Caritas-Direktor Franz Kripp (Direktor von 1991 bis 2002) führte den von Direktor Taschler initiierten Wandel weiter.
Er intensivierte die Erneuerung und Sanierung der Strukturen. Zudem musste die Einrichtung in dieser Zeit vielen neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst werden.
Bei den Kindern wurde eine immer stärker werdende Individualisierungstendenz festgestellt, so dass es bereits bei Volksschülern immer schwieriger wird, Elf- und Zwölfjährige in Gruppen einzugliedern. Gerade aus diesem Grund heraus ist der sozialpädagogische Aspekt einer Kinderferieneinrichtung für die Caritas heute wichtiger denn je. Um den verschiedenen pädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden, wurde
ein eigener pädagogischer Mitarbeiter im Herbst 1999 angestellt. Ein eigenes pädagogisches Konzept wurde entwickelt, die Betreuervorbereitung wurde intensiviert und auf Kinder mit verschiedenen Beeinträchtigungen wurde verstärkt Rücksicht genommen.
Unter dem jetzigen Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler kam es
zu einer ständigen Weiterentwicklung des pädagogischen Bereiches. Außerdem wurde die gesamte Kinderferiensiedlung erneuert: Die Kinderschlafsäle, die Speisesäle und die Zimmer der BetreuerInnen sowie die Kinderbäder wurden neu eingerichtet. Die ockergelben Außenfassaden wurden durch buntere frischere Farben ersetzt. Weitere qualitäts-verbessernde Maßnahmen sind in Planung.