„Eine Auszeit vom Leben auf der Straße“
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- 19.10.2011
Kategorie: Haus Arché
Es war mehr als ein „Tapetenwechsel“, den sechs BewohnerInnen des Hauses Archè vor wenigen Wochen in Caorle erlebt haben. Fünf Männer und eine Frau haben mit einem Betreuer und einer Freiwilligen des Caritas Dienstes für wohnungs- und obdachlose Menschen eine Woche in den Ferienstrukturen der Caritas in Caorle verbracht. „Es war wie eine Auszeit vom Leben auf der Straße. Die Caorle-BesucherInnen haben sich abseits ihrer sonst so schwierigen Lebenssituationen mit sich selbst und ihren Verhaltensmustern auseinandergesetzt. Über Sport und Ausflüge entstand ein Gefühl für Gruppe und Gemeinschaft; außerdem die Hoffnung, einen Neustart schaffen zu können“, berichtet der Leiter des Hauses Archè, Michael Bockhorni. Drei von ihnen haben sofort nach ihrer Rückkehr die ersten konkreten Schritte auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben in Angriff genommen.
„In den ersten Tagen war es für uns alle nicht einfach. Die schwierigen Lebensgeschichten, die Angst, zu versagen und allein gelassen zu werden, die gerade obdachlose Menschen ständig begleitet, waren anfangs noch sehr belastend“, erinnert sich Arnold Theiner, Betreuer des Caritas Nachtquartiers. Nach und nach, bei gemeinsamen Ausflügen, Spielen, und Sport, ist aber dann doch eine Gemeinschaft entstanden. „Die Gespräche wurden tiefer und offener. Gefühle und Ängste wurden angesprochen und dann immer häufiger auch Gedanken dazu, wie das Leben sich positiv weiterentwickeln könnte; die Hoffnung noch einmal eine eigene Wohnung zu haben, eine Arbeit, wenigstens ein kleines Einkommen und weg zu kommen vom Alkohol, Nikotin und der Straße“, erzählt Theiner.
Die Woche in Caorle hat bereits Früchte getragen: Einer der Caorle-Besucher hat sofort nach seiner Rückkehr einen Alkoholentzug in der St. Anna Klinik angetreten. Ein anderer hat wieder zu Gott gefunden. Er geht wieder in die Kirche und schöpft langsam neue Kraft. Ein Dritter hat sich für eine Therapie in Rom angemeldet. „Die Caorle-Gruppe das BetreuerInnenteam sind sehr stolz auf diese drei Männer. Sie nehmen ihren Mut zusammen und stellen sich den schwierigen Herausforderungen trotz ihrer Selbstzweifel und ihrer Angst zu scheitern“, betont der Leiter des Haus Archè, Michael Bockhorni. Er bedankt sich gleichzeitig bei den Firmen Sportler und Bimbo, die für den Caorle-Aufenthalt Spiel- und Sportgeräte kostenlos zur Verfügung gestellt haben.
Die Caritas Diözese Bozen-Brixen ist mit drei verschiedenen Strukturen in der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe in Meran aktiv. Die MitarbeiterInnen begleiten die Frauen und Männer auf dem Weg „zurück“ in die Gesellschaft. Sie geben Hilfe bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft und psychosoziale Begleitung. Das Haus Arché und das Nachtquartier führt sie laut Konvention mit der Gemeinde Meran.