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Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler hat Entwicklungsprojekte der Caritas in Äthiopien besucht

by - 01.03.2011 Kategorie: Entwicklungszusammenarbeit
 
Als erstes besuchte der Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler ein Frauenprojekt der „Good Shepherd Sisters“ in der Hauptstadt Addis Abeba. Es handelt sich dabei um ein Projekt, das der Südtiroler Country-Sänger und Äthiopienkenner George McAnthony vor fünf Jahren in die Caritas eingebracht hat. Mit einem Antriebskapital von insgesamt 110.000 Birr (umgerechnet 6.000 Euro) wagten 2006 mit Unterstützung aus Südtirol 160 Frauen den Schritt in die Selbständigkeit. Jede Frau erhielt einen Kleinkredit zwischen 30 und 40 Euro. In wöchentlichen Schulungen wurden die Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet. Heiner Schweigkofler erzählt: „Assefu ist eine dieser Frauen. Die damals 29-jährige Witwe und Mutter einer sechsjährigen Tochter schlug sich als Haushaltshilfe durch. Sie arbeitete täglich zwischen zwölf und 15 Stunden und hatte herzlich wenig Zeit für ihr Kind.“ Und weiter: „Der Mikrokredit von 30 Euro gab ihr die Möglichkeit, Kochutensilien zu kaufen. Heut besitzt sie zu Hause zwei kleine Backöfen und liefert den Angestellten umliegender Einrichtungen täglich ein warmes Mittagessen.“ So kann Assefu bei ihrer Tochter bleiben und verdient mehr als früher. „Jahr für Jahr schaffen es seither Dutzende mutige Frauen mit einem kleinen Kredit, einer guten Schulung und dem Rückhalt ihrer Gruppe, dem Leben eine positive Wende zu geben. Sie arbeiten als Köchin, Näherin, Perlenstickerin oder Friseuse.“ Die Kredite werden bereits im ersten Jahr zu 98% zurückbezahlt und an die nächsten Frauen vergeben.

Ähnliche Projekte finanziert die Caritas auch im ländlichen Raum. In der Diözese Meki haben beispielsweise 50 Witwen einen Esel samt hölzernem Fuhrwerk im Wert von jeweils 67 Euro erhalten. Auch sie hat Heiner Schweigkofler getroffen. Nun verkaufen sie neben Holz auch Gemüse. Sie haben im Rahmen eines Bildungsprojektes die Kompostiermethode gelernt, mit der von den Bauern Humus produziert wird. Dank der Humusbildung kann das Gemüse auch reifen. So wird der Boden genährt und den Müttern zu wertvoller Nahrung verholfen.

Mit größeren Investitionen hingegen stärkt die Caritas in Äthiopien ganze Bauernverbände. Im Bezirk Dugda haben 400 junge Bauern eine Genossenschaft gegründet. Jedem der Bauern stellt die Regierung ein Viertel Hektar Land zur Verfügung, das mit 60.000 Euro an Spenden aus Südtirol mit Bewässerungssystemen ausgestattet wird. Insgesamt kommen so in den nächsten drei Jahren 12.300 Menschen zu Wasser und Land. Dank der Wassersicherheit können die Bauern der Genossenschaft Humusboden herstellen, Gemüse pflanzen, Samen und Pflanzen selber ziehen. Die Bauern haben sich außerdem verpflichtet, die Gegend systematisch aufzuforsten und den Boden fruchtbar zu machen. „Diese Bauern gewinnen den Kampf gegen die zunehmende Wüstenbildung in Äthiopien“, erklärt Heiner Schweigkofler.

Einen weiteren Quantensprung stellen Getreidespeicher dar. Sechs Speicher werden heuer in der Diözese Meki gebaut, zwei davon mit insgesamt 100.000 Euro im Auftrag der Caritas Südtirol. 1.454 Haushalte – das sind 8.700 Menschen – können damit ihr Korn fair vermarkten. Stabil gemauerte Kornspeicher schützt die Ernte nicht nur vor Nagern und Feuchtigkeit, sondern vor allem vor der Ausbeutung durch Zwischenhändler und Getreidebörse. Wer seine Ernte nicht speichern kann, muss sie im September zu Schleuderpreisen verkaufen. Schon im Oktober steigen die Preise. Wer dank der Kornspeicher länger warten kann, steigert den Umsatz. Die Bauern werden unabhängig, können die Schulgelder für ihre Kinder aufbringen und tragen zur Entwicklung ganzer Landstriche bei.

Alle von der Caritas unterstützten Initiativen leiten die Betroffenen selbst. „Wir sorgen für die Erstfinanzierung und können miterleben, wie viel Aufschwung und Motivation da entsteht“, ist Heiner Schweigkofler beeindruckt. „Es sind die Spenden aus Südtirol, die diese Kräfte und Kompetenzen der Menschen ans Licht holen.“

Wer die Menschen in Äthiopien unterstützen möchte, ist eingeladen, seine Spende unter dem Kennwort “Äthiopien” auf eines der Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen einzuzahlen.

  • Bank für Trient und Bozen, IBAN: IT66A0324011610000006000065;
  • Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42F0349311600000300200018;
  • Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17X0604511601000000110801;
  • Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12R0585611601050571000032.
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