Athesia-Besuch für 21 Flüchtlinge von Haus Sara
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- 23.09.2011
Kategorie: Aktuell
BOZEN (em). 148 Flüchtlinge aus Libyen werden derzeit in Südtirol betreut. Sie alle sind vor dem Krieg geflohen, in der Hoffnung hierzulande Asyl und Arbeit zu finden. Einen Einblick in die Südtiroler Arbeitswelt haben gestern 21 der Flüchtlinge bei einem Besuch im Medienhaus „Athesia“ erhalten. Sie haben um politisches Asyl angesucht und warten nun auf den Asylbescheid. Bis dahin dürfen sie in Bozen bleiben. Arbeiten dürfen sie in dieser Zeit allerdings nicht. Sollten sie letztendlich kein Asyl erhalten, müssen sie in ihre Heimat zurückehren. In der Zwischenzeit versuchen die meist jungen Männer, die Zeit so gut als möglich zu nutzen.
„An oberster Stelle steht dabei das Erlernen der italienischen Sprache“, sagen Barbara Falser und Thomas Mahlknecht, die im Haus Sara in Bozen/Haslach 23 Flüchtlinge betreuen. In der restlichen Zeit versuchen Freiwillige der Young-Caritas ein entsprechendes Freizeitangebot für dieMänner anzubieten. Seit Juli lernen die Flüchtlinge fleißig Italienisch. „Über 100 Unterrichts- Stunden haben sie allein beimir genossen“, sagt Ilaria D'Innocente. Und wer nicht büffelt, fliegt. Schließlich ist das Erlernen der Sprache Pflicht für die Flüchtlinge. Dazu kommt noch das Freizeitangebot, das ebenfalls auf das Erlernen der Sprache abziele. Rom gibt nur das Erlernen des Italienischen vor, doch die Caritas organisiert auch Deutsch-Unterricht.
„Wer mehrere Sprachen kann, dem öffnen sich mehr Türen“, sprach „Dolomiten“- Chefredakteur Toni Ebner den Flüchtlingen gestern Nachmittag bei ihrem Besuch im Medienhaus „Athesia“ Mut zu. Die Südtiroler seien offen für Menschen, die in Schwierigkeiten stecken oder Probleme haben. Auf Hilfe hoffen sie alle.
Die meisten der Flüchtlinge möchten im Land bleiben, hoffen auf politisches Asyl und auf einen Arbeitsplatz. Wählerisch sind sie dabei nicht. „Hauptsache ein Job, damit ich meiner Familie wieder Geld schicken kann“, sagt Islam Nazrul aus Bangladesch (siehe unten). In der Zwischenzeit sei die Sprache des Landes zu erlernen oberstes Gebot. Doch während das Erlernen der Sprache doch nicht so einfach scheint, sind die Flüchtlinge nach dem Besuch bei „Athesia“ begeistert von der Südtiroler Arbeitswelt. Eingefädelt hatte den Besuch Josef Oberhofer, der Geschäftsführer des Südtiroler Heimatpflegeverbandes. „Bei einem Gespräch mit Leonhard Voltmer, dem Leiter der Caritas-Flüchtlingsberatung, ist die Idee entstanden, diesen Menschen die Realität der Südtiroler zu zeigen“, sagt Oberhofer. Schließlich sei auch in Europa bei weitem nicht alles so rosig, wie es von außen aussehenmag.
Artikel erschienen in der Dolomitenausgabe vom 22.09.2011