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"Südtirol hilft" zum zwölften Mal

Schicksalsschläge werfen Betroffene und ihre Familien oft völlig aus der Bahn. Von heute auf morgen kann plötzlich das beschauliche Leben völlig aus den Fugen geraten. Angst um die Lieben oder um die Zukunft gehen oft einher mit finanziellen Sorgen. In solchen Momenten braucht es schnelle und unbürokratische Hilfe. „Südtirol hilft“ hat sich genau das zum Ziel gesetzt und startet heuer zum zwölften Mal seine Aktion in der Vorweihnachtszeit. Caritas, Bäuerlicher Notstandsfonds, Südtiroler Krebshilfe sowie die Medien Südtirol 1 und Radio Tirol sowie das Medienhaus Athesia bündeln wieder ihre Kräfte, um möglichst vielen Menschen Hilfe zu bringen. In den vergangenen Jahren haben 22.213 Spenderinnen und Spender zusammen die beachtliche Summe von rund 4,8 Millionen Euro aufgebracht. Mit diesem stolzen Betrag konnte bisher 1.524 Familien und Einzelpersonen in Südtirol geholfen werden.

 „Das Schicksal schlägt oft erbarmungslos zu. Von einem Tag auf den anderen verlieren Menschen ihren Besitz, erkranken schwer, erleben Schiffbruch in der Beziehung oder müssen sogar einen lieben Menschen zu Grabe tragen. Auf einmal ist nichts mehr wie es vorher war, auf einmal ist der Boden unter den Füßen weg“, schildert Heiner Feuer, Präsident des Vereins „Südtirol hilft“ die Not, vor der Menschen auch in Südtirol nicht gefeit sind. „Da kann man oft nicht lange zögern, es muss schnell gehandelt werden.“ Und eben dies tut „Südtirol hilft“: In besonders krassen Fällen schnell und unbürokratisch.

Zusammengetragen werden die zu unterstützenden Notfälle von den angeschlossenen Hilfsorganisationen Bäuerlicher Notstandsfonds, Caritas und Südtiroler Krebshilfe, aber auch von anderen Hilfsorganisationen des Landes, die sich jedes Jahr bei „Südtirol hilft“ melden können. Auch Nachbarn, Freunde oder Bekannte setzen sich für ihre Mitmenschen ein und melden sich bei „Südtirol hilft“. Leopold Kager vom Bäuerlichen Notstandsfond und Vizepräsident des Vereins „Südtirol hilft“, Caritas-Direktor Paolo Valente und Marcus Unterkircher, Geschäftsführer der Südtiroler Krebshilfe unterstreichen, dass die Ansuchen um finanzielle Unterstützung genau geprüft und die zu unterstützenden Fälle sorgsam ausgewählt werden. Im vergangenen Jahr waren dies 267 Familien und Einzelpersonen. „Die Spenden werden dort eingesetzt, wo es wirklich Hilfe braucht, wo die Existenz auf dem Spiel steht und wo es keinen anderen Lichtblick gibt“, unterstreicht Leopold Kager.

Da ist es gut, wenn „Südtirol hilft“ immer wieder stolz auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken kann. Im vergangenen Jahr wurde zum Glück erneut ein Rekord erzielt: 820.000 Euro wurden gespendet und zwar von insgesamt 2.860 Südtirolerinnen und Südtirolern. „Diese Aktion ist einfach beispielhaft: Einmal, weil sich so viele Personen, Firmen und Organisationen gemeinsam in den Dienst der guten Sache stellen und an einem Strang ziehen. Zum Zweiten, weil die Südtirolerinnen und Südtiroler immer wieder aufs Neue zeigen, wie solidarisch sie untereinander und besonders mit ihren Mitmenschen in unserem Land sind. Sie stehen der Not ihrer Mitbürger nicht teilnahmslos gegenüber, sondern sind füreinander da“, zeigt sich Landeshauptmann Arno Kompatscher erfreut.

Wie schon öfters wird sich der Landeshauptmann selbst wieder in den Dienst der guten Sache stellen und bei den Promi-Versteigerungen mit dabei sein. „Diese Promi-Versteigerungen verleihen der Aktion „Südtirol hilft“ jedes Mal neue Attraktivität“, sagt Martin Pfeifhofer von Radio Tirol. Versteigert wird in der Woche vor Weihnachten und zwar vom 18. bis zum 21. Dezember. Dabei kommen neben dem Landeshauptmann folgende Persönlichkeiten unter den Hammer: Starkoch Roland Trettel, der frühere Rodel-Ausnahmeathlet Armin Zöggeler zusammen mit dem Skigebiet Meran 2000 und dem genialen Musiker Herbert Pixner. Außerdem gibt es eine Sonderversteigerung am 15.Dezember. Dabei kommt zweimal eine Reise nach Nicaragua ins Herz der Kaffeeanbaugebiete unter den Hammer.

Höhepunkt der vorweihnachtlichen Aktion ist auch heuer der große Spendenmarathon auf „Radio Tirol“ und „Südtirol 1“ am 22. Dezember, zwei Tage vor Heilig Abend. Dabei können die Hörerinnen und Hörer entweder über Telefon oder Internet (www.suedtirolhilft.org) ihre Spendenzusagen abgeben. „Es ist jedes Jahr aufs Neue überwältigend, wie viele Südtirolerinnen und Südtiroler sich immer wieder melden und helfen wollen“, sagt Martin Pfeifhofer. Jedes Jahr seien es über 1.000 Frauen, Männer, Kinder und Betriebe, die sich am Spendenmarathon melden. „Jede Spende, egal welcher Größe, hilft uns helfen“, sagt Pfeifhofer.

Die Traumreise-Lotterie
Heuer ist es erneut geglückt, eine vorweihnachtliche Lotterie zu organisieren. Mit tatkräftiger Mithilfe der Südtiroler Reisebüros und dem Reiseunternehmen TUICruises ist es möglich, eine abwechslungsreiche Wohlfühlkreuzfahrt im Wert von rund 8.000 Euro zu gewinnen. Die Reise führt an traumhafte Strände in der Karibik.: Sand, Meer und Palmen pur. Unter dem Motto „Schenken Sie das Südtirol hilft-Los zum doppelten Glück“ wird damit wieder ein sehr beliebtes Weihnachtsgeschenk angeboten. Es werden 1.000 Lose zum Preis von 50 Euro aufgelegt, so dass die Gewinnchance wirklich gut ist. Gewonnen haben bei der Lotterie auf jeden Fall die Bedürftigen, denen mit den Einnahmen aus der Lotterie eine Unterstützung zuteilwerden kann. Die Lose sind ab Samstag, den 27. November, bei Athesia sowie bei den Südtiroler Reisebüros im hds erhältlich. Die Ziehung erfolgt am 27.Dezember live auf „Südtirol 1“ und „Radio Tirol“.

 

Begleitende Aktionen und Partner

„Südtirol hilft“ bekommt auch heuer wieder tatkräftige Unterstützung von außen. Zahlreiche Unternehmen, Verbände, Vereine und Einzelpersonen haben sich tolle Initiativen einfallen lassen, um die Aktion zu unterstützen.

Die Brauerei Forst wird auch dieses Jahr im Rahmen ihres „Forster Weihnachtswaldes“ auf dem Gelände ihres Braugartens gleich mehrere Aktionen zugunsten von „Südtirol hilft“ starten; die größte ist sicher eine Versteigerung am 14.Dezember.
Ein wichtiger Partner ist auch das Unternehmen Aspiag. Bereits seit einiger Zeit sind in allen Despar-, Eurospar- und Interspargeschäften Einkaufstaschen aus biologisch abbaubarem Material erhältlich, auf denen das Logo von „Südtirol hilft“ abgebildet ist. Sie sind bis Dezember 2018 in den Verlaufsstellen erhältlich sein. Zudem wird die Aktion „Aufrunden bitte“ gestartet. Dabei können Kunden auf das Restgeld verzichten, das dann einem guten Zweck zugutekommt.
Auch die Supermarktkette M-Preis hat ihre Einkaufstüten in den Dienst der guten Sache gestellt. In den Monaten November und Dezember werden diese im Südtirol-hilft-Look angeboten. Auch in diesem Fall geht der Reingewinn an „Südtirol hilft“.
Die Bäcker im hds backen wieder ein spezielles Weihnachtsbrot, das mit einer eigenen Banderole versehen wird. Auch davon fließt ein Teil dem guten Zweck zu. Der Lions Club Bozen Laurin unterstützt „Südtirol hilft“ mit seinem bereits zur Tradition gewordenen Flohmarkt. Wie alle Jahre wieder, findet dieser in den Tagen um den 8.Dezember in Bozen statt.
Dasselbe gilt auch für die Kaufleute von Lana. Auch sie haben ihre Weihnachtslotterie mit dem Gedanken der Solidarität verknüpft und spenden heuer wieder für „Südtirol hilft“.
Das Südtiroler Speckkonsortium hat heuer den Speck-Kalender mit Rezepten zum zweiten Mal aufgelegt. Er wird über die Speckproduzenten verteilt.
Der Läuferclub Bozen trägt auch heuer im Rahmen des Silvesterlaufes BOclassic einen eigenen „Südtirol hilft – Charity Run“ aus. Dabei können alle Interessierten mitmachen. Bereits im vergangenen Jahr war dieser Lauf ein lustig-sportliches Ereignis und hat denen, die teilgenommen haben, mächtig Spaß bereitet.
Pur Südtirol spendet für jeden Geschenkkorb über 30 Euro 50 Cent für den guten Zweck. Im Lauf des vergangenen Jahres ist dabei eine stolze Summe zusammen gekommen. Nun startet die Aktion auf ein Neues und damit in einer Zeit, in der besonders viele Geschenkkörbe bestellt werden.
Der Krampusverein Naturns verkauft auch heuer wieder Nikolaussäckchen und führt einen Teil der Einnahmen an „Südtirol hilft“ ab.

Darüber hinaus laufen auch zahlreiche andere, kleinere Aktionen zu Gunsten von „Südtirol hilft“. So veranstaltet zum Beispiel die Musikkkapelle Vahrn am 3. Dezember ein Benefizkonzert, im Vereinshaus Völlan findet am 16. und 17.Dezember ein Flohmarkt statt und beim Wanserhof in Walten in Passeier können am 16. Dezember Familien selbst im Wald einen Christbaum schlagen. Die Männer der Forststation begleiten die Kinder dabei. Landauf landab gibt es aber noch viele weitere solcher und ähnlicher Aktionen.

Ein wichtiger Partner ist auch heuer Raiffeisen Online, das von Beginn an alle technischen Abwicklungen der Versteigerungen im Internet ehrenamtlich betreut. Wie immer kommen die eingehenden Spenden zu 100 Prozent Bedürftigen in Südtirol zugute. Im Verein und darüber hinaus arbeiten mehr als 100 Personen ehrenamtlich mit. Die anfallenden Verwaltungskosten werden von Sponsoren wie Stiftung Südtiroler Sparkasse, Raiffeisenkasse Bozen, Brennercom, der Werbeagentur ACC und anderen mehr abgedeckt.

 

Härtefälle 2017

Bäuerlicher Notstandsfonds, Caritas und Südtiroler Krebshilfe haben wieder einige Härtefälle zusammengetragen, die stellvertretend für all jene Fälle sind, in denen sich Menschen und Familien hilfesuchend an den Verein „Südtirol hilft“ wenden. Um die Privatsphäre der Betroffenen zu respektieren, werden die Fälle anonym (die Namen sind verändert) wiedergegeben.

Schwere Last für Tochter
Frau L. arbeitet als Hebamme in der Klinik in Innsbruck. Seit der Erkrankung ihres Mannes arbeitet sie in Teilzeit. Sie hat in Innsbruck eine Dienstwohnung, für die sie aber Miete zahlt. Sie kann sie sich jedoch mit ihrer Tochter teilen, die an der Uni Innsbruck studiert. Dann erkrankt Frau L. an Krebs. Es folgen 14 Operationen. Im Januar 2017 unterzieht sich Frau L. einer OP, die ihr dringlichst empfohlen wird. Dabei kommt es aber zu zahlreichen Komplikationen. Frau L. wird voraussichtlich längere Zeit nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen können. Die Tochter betreut die Mutter so gut sie kann, ist aber nicht imstande die Eltern finanziell zu unterstützen, da sie selbst noch von ihnen abhängig ist. Die Familie befindet sich in einer schwierigen finanziellen Situation.

Bäuerin und ihre Kinder haben es nach schwer nach dem Tod des Vaters
Der Bauer ist an einer schweren Krankheit gestorben. Seine Kinder haben mittlerweile eine Ausbildung gemacht und führen die Landwirtschaft gemeinsam mit der Mutter weiter. Einer der Kinder hat seit der Geburt eine körperliche Beeinträchtigung und ein weiteres Kind musste vor rund einem Jahr am Kopf operiert werden. Das hatte zur Folge, dass es sich beruflich umschulen musste, weil es keine größere Belastung mehr tragen kann.

Blutwäsche und Sorgen im Alter
Clara ist Dialysepatientin, sie muss regelmäßig zur Blutwäsche ins Krankenhaus. Ihr Alltag ist geprägt von Leiden und Schmerzen. Damit aber nicht genug: Sie hat versucht, ihrem alkoholkranken Sohn zu helfen, was ihr aber finanziell einiges abverlangt hat. Deshalb wurde ihr die Rente gepfändet. Und obwohl sie äußerst sparsam lebt, reicht das Geld nicht mehr aus, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Über „Südtirol hilft“ kann Clara wieder ein menschenwürdiges Dasein führen, das durch ihre Krankheit ohnehin schon stark eingeschränkt ist.

In Existenznot wegen psychischer Erkrankung
Fatima ist 49 Jahre alt und lebt alleine in einer Mietwohnung. Seit Jahren schon ist sie wegen ihrer bipolaren Störungen, einer schweren psychischen Erkrankung, in Behandlung. Vor einiger Zeit hat sie ihren Arbeitgeber gewechselt, doch dieser ist in Konkurs gegangen. Damit stand sie plötzlich auf der Straße, hofft zwar auf Arbeitslosenunterstützung, muss darauf aber wohl einige Monate warten. In der Zwischenzeit gilt es natürlich weiterhin die Miete, die Kondominiumsspesen und die anderen notwendigen Ausgaben zu bezahlen. Zu allem Überfluss hat Fatima vor kurzem auch ihre beiden Eltern verloren, die immer für sie da waren. Sie braucht dringend finanzielle Unterstützung bei der Abgleichung einer Zahnarztrechnung und den ausstehenden Mieten.

Trennung von gewalttätigem Mann und Vater
Bis vor ein paar Jahren lebt Frau P. mit ihrem Lebensgefährten und arbeitet im Gastgewerbe. Die Lebensgemeinschaft bricht jedoch auseinander, was der Mann nicht akzeptiert. Es kommt zu mehreren gewalttätigen Übergriffen auf die Frau und die gemeinsamen Kindern. Der Mann kommt schließlich dafür ins Gefängnis. Frau P. wohnt wegen dieser Vorfälle zwei Jahre in Bozen in einem geschützten Rahmen. Nach dem Gerichtsurteil mietet sie eine Wohnung und arbeitet als Hausmädchen bis sie an Brustkrebs erkrankt. Beide Kinder im Alter von acht und 14 Jahren gehen zur Schule. Frau P. befindet sich aufgrund ihrer gesundheitlichen und soziopsychologischen Lage immer noch in großen finanziellen Schwierigkeiten.

Verliert nach Trennung seinen Arbeitsplatz und die Wohnung
Die Trennung von seiner Frau und seinen drei Kindern hat August hart zugesetzt, er geriet in eine gefährliche Abwärtsspirale. Enttäuschung, Schuldgefühle, das Gefühl des Versagens – all das hat zu einer starken Depression geführt. Diese wiederum hat ihn die Arbeit gekostet, er verlor in der Folge auch noch die Wohnung und lebte einige Zeit sogar auf der Straße. August soll dabei geholfen werden, wieder Fuß zu fassen.

Hohe Ausgaben wegen schwerer Krankheit
Monica ist eine alleinstehende Frau, die seit einigen Jahren an einer schwierigen, chronischen Krankheit leidet. Ihre Beziehung ist in die Brüche gegangen, geblieben ist ein Schuldenberg u.a. für den Ankauf eines Rollstuhles und die Begleichung anderer sanitärer Leistungen. Ihr unabdingbares Schicksal anzunehmen, ist für Monica schon schwer genug, die finanziellen Sorgen sind eine zusätzliche Last, die sie bedrücken. Nur über eine finanzielle Hilfeleistung kann die Pfändung abgewendet werden.

Leben auf 1600 Metern
Drei Jahre nach ihrer Schwester wird auch bei Frau T. Brustkrebs diagnostiziert. Es folgen Operation, Chemo- und Radiotherapie. Zwei Jahre später werden Lebermetastasen festgestellt. Es folgt erneut eine Operation und seither unterzieht sie sich einer belastenden medikamentösen Therapie. Frau T. ist zurzeit Hausfrau und lebt zusammen mit ihrem Mann und den zwei Töchtern auf einem Weiler auf knapp 1.600 Metern Meereshöhe. Bis zur Geburt der zweiten Tochter, welche an Mukoviszidose leidet, arbeitet sie als Verwaltungsangestellte. Die ältere, elfjährige Tochter besucht die Volksschule. Aufgrund des entlegenen Wohnortes wird sie eine Heimschule besuchen müssen. Durch die Krebserkrankung der Mutter, die Erkrankung der kleineren Tochter, die entlegene Wohnlage und die damit verbundenen Kosten befindet sich die Familie in einer äußerst schwierigen finanziellen Lage.

Angst vor Verlust des Eigenheimes nach Tod des Familienvaters
Der Familienvater ist durch eine schwere Krankheit gestorben. Seit der Diagnose konnte er seinen selbständigen Beruf nicht mehr ausüben. Seine Frau hatte ihn begleitet und musste ihre Arbeit reduzieren. Zum menschlichen Leid kommt hinzu, dass die Witwe auch die Schulden der selbständigen Tätigkeit des verstorbenen Lieben abzahlen muss. Sie hofft, dass sie und ihre Kinder nicht das Heim verlieren.

Sh 2017
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